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Achema Pumpenbranche geht mit Energieeffizienz gegen die Krise an

| Autor / Redakteur: Christa Friedl / Frank Fladerer

Die Pumpenbranche gehört zum Kern jeder Achema. In diesem Jahr zeigen viele Aussteller besonders energieeffiziente Pumpen und Neuentwicklungen für spezielle Anwendungen. Mit diesen Innovationen hoffen die Unternehmen, gut durch die Krise zu kommen.

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Die Pumpenhersteller entdecken zunehmend das Energiesparpotenzial von Kleinpumpen für sich. Ein Beispiel ist die Heizkörperpumpe Geniax, die direkt am Radiator installiert wird.Bild Wilo
Die Pumpenhersteller entdecken zunehmend das Energiesparpotenzial von Kleinpumpen für sich. Ein Beispiel ist die Heizkörperpumpe Geniax, die direkt am Radiator installiert wird.Bild Wilo
( Archiv: Vogel Business Media )

Was für Motoren, Reaktoren und viele andere Aggregate in der Industrie gilt, gilt für Pumpen ganz besonders: Sie sollen kompakt und klein sein und zugleich immer mehr Leistung bringen – und das mit hoher Verfügbarkeit, flexibel und wartungsarm. Moderne Pumpen sollen vor allem aber effizient arbeiten und dabei möglichst wenig Strom verbrauchen. Christoph P. Pauly, Sprecher der KSB AG in Frankenthal, ist sicher: „Energieeffizienz wird aufgrund des großen Anteils, den Pumpen beim Stromverbrauch in der Industrie haben, und neuer politischer Vorgaben noch an Bedeutung gewinnen.“

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Die Unternehmen der Branche haben sich auf die Anforderungen an Energieeffizienz eingestellt, die Anwender aber noch nicht überall: Würden alle Pumpen in der deutschen Industrie auf effiziente Systeme umgestellt, ließen sich jährlich 15 Mrd. kWh einsparen, hat die deutsche Energieagentur Dena errechnet. Dadurch könnten die Betreiber (bei einem Preis von acht Cent pro kWh) im Jahr 1,2 Mrd. Euro sparen. Laut Dena liegt das durchschnittliche Einsparpotenzial bei Pumpensystemen in deutschen Betrieben bei 24%.

Verbesserte Energieeffizienz steigert Wirtschaftlichkeit

Viele Pumpenanwender sind konservativ: Bewährte Referenzen sind wichtiger als abstrakte Möglichkeiten. Pumpen müssen vor allem optimal ausgelegt sein, rund um die Uhr problemlos laufen und dabei möglichst geringe Kosten verursachen.

Klingt einfach, ist es aber nicht. „Bisher fehlt ein Konsens in der Auslegungskette Hersteller-Planer-Anlagenbauer-Betreiber“, sagt Dr. Jürgen Holdhof, Geschäftsführer bei der Edur-Pumpenfabrik in Kiel. Bei der Pumpenauslegung rechne jeder mit individuellen Sicherheitszuschlägen, die in der Gesamtheit dazu führten, dass Pumpen überdimensioniert seien und im schlimmsten Fall sogar außerhalb der Kennlinie liefen.

Pumpensysteme arbeiten oft mit zu niedrigem Wirkungsgrad

Nicht nur die Pumpen selbst arbeiten oft unwirtschaftlich. Zu kleine Rohrleitungsquerschnitte führen zu unnötigen Druckverlusten, schlechte Zulaufverhältnisse bergen das Risiko, dass die Pumpen kavitieren.

Viele Maßnahmen, die Pumpensysteme effizienter und wirtschaftlicher machen, sind wenig spektakulär und verursachen kaum größere Investitionen. Moderne elektronische Steuerungen sorgen beispielsweise dafür, dass eine Pumpe flexibel arbeitet und die Betriebsparameter an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

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