Teilereinigung Qualitätsstandards der Automobilindustrie mit VDA-Band 19 transparent umsetzbar
Der VDA-Band 19 hat sich als Standard zur Prüfung der technischen Sauberkeit bei Partikelverschmutzungen in der Automobilindustrie etabliert. Das zeigen Erfahrungen im Umgang mit dieser Sauberkeitsrichtlinie für funktionell schmutzempfindliche Automobilteile, deren Abmessungen und Maßtoleranzen immer kleiner wurden. Damit stiegen die Anforderungen an die Sauberkeit, so dass inzwischen auch ein Prüfstandard für die Montage nötig ist.
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In der modernen Automobilindustrie werden Entwicklungen durch steigende Leistungsdichten begleitet. Wichtigste Trends sind sinkende Schadstoffemissionen, reduzierte Flottenverbrauchswerte sowie eine Vielzahl aktiver und passiver fahrsicherheitsrelevanter Komponenten – möglichst unter Verwendung umweltverträglicher Werkstoffe, wie zum Beispiel bleifreier Lagermaterialien.
Moderne Systeme empfindlich gegen Partikelverschmutzung
Diese immer höher belastbaren und baulich enger tolerierten Systeme sind funktionssensibel. Sie reagieren daher auf immer kleinere Partikelverschmutzungen. So ist es ein Ziel, Geräuschemissionen durch geringere Lagerspiele zu minimieren. Außerdem soll die Wartungsdauer bis zum ersten Öl- und Filterwechsel verlängert werden.
Diese Systeme sind empfindlich gegen Partikelverschmutzung. Diese Anfälligkeit trifft inzwischen auf nahezu alle medienführenden Komponenten im Automobil zu: auf Komponenten für den Kraftstoff- und Ölkreislauf, den Kühlmittel- und Klimakreislauf, den Ansaug- und Abgastrakt sowie für Bremssysteme und Getriebe. Partikel, mit denen die Teile nach der Reinigung kontaminiert sind, werden als Restverunreinigung bezeichnet. Sie können die Qualität nachfolgender Fertigungs- oder Montageschritte beeinträchtigen und die korrekte Bauteilfunktion verhindern (Bild 1).
Die Gründe für eine Restverschmutzung sind vielfältig. So hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart, als Ursache für Restverunreinigung in der spanenden Fertigung Betriebsmittel, Hilfsstoffe, Personal und die Fertigungsumgebung ausgemacht. Für einige fluidführende Systeme des Automobils wurden Szenarien entwickelt, um die Konsequenzen einer zu hohen Partikelverschmutzung zu beschreiben. So schließen Ventile in ABS-Bremssystemen nicht mehr.
Die Konsequenz ist eine „weiche Bremse“. Auch der „normale“ Komponentenverschleiß wird durch Partikel erhöht. Die Sauberkeitsanforderungen an Ventilteile lauten daher, dass Partikel ab 50 µm Größe reglementiert werden und Partikel ab 300 µm nicht mehr zulässig sind. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 60 bis 80 µm.
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