Oberflächentechnik Reibräder bringen Großgetriebe beim Lackieren in Fahrt

Autor / Redakteur: Jochen Keinath / Josef-Martin Kraus

Teileförderer mit Reibradantrieb verleihen automatischen Lackieranlagen für Großteile mehr Flexibilität. Das zeigt eine Ein-Schienen-Hängebahn, die Großgetriebe mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durch Lackierkabinen und Trockner fährt und somit Taktzeiten wie Power-&-free-Förderer erzielt.

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Der Antriebshersteller SEW-Eurodrive, Bruchsal, setzt beim Lackieren von Großgetrieben seit Kurzem auf eine einfache, sehr flexible Fördertechnik. Diese Entwicklung von Vollert Anlagenbau hat die Vorteile von Power-&-free-Förderern übernommen. So erreicht sie vergleichbar hohe Taktzahlen, benötigt dazu jedoch wesentlich weniger Anlagenkomponenten (Bild 1).

Ein-Schienen-Hängebahn mit Reibradantrieb verzichtet auf umlaufende Schleppkette

Basis dieses Förderprinzips ist eine Ein-Schienen-Hängebahn mit Reibradantrieb, die ursprünglich für die Schwerlast-Intralogistik mit Nutzlasten bis 50 t entwickelt wurde. Sie verzichtet auf eine umlaufende Schleppkette, mit der die Warenträger durch die Lackieranlage gezogen werden – im Gegensatz zu den häufig verwendeten Power-&-free-Förderern mit einer unten liegenden Transportschiene und einem darüber angeordneten Kettenantrieb. Stattdessen sorgen in regelmäßigen Abständen stationäre Reibräder für den kontinuierlichen Vorschub. Außerdem kommt diese Entwicklung ohne eine zweite Schiene und wartungsintensive Kettenantriebe aus.

Darüber hinaus sind für die einzelnen Transporteinheiten keine Ein- und Ausklinkmechanismen erforderlich. Dennoch bietet diese Technik alle Vorteile von Power-&-free-Anlagen: Das Lackiergut kann einzeln zielgenau gesteuert werden. Stoppen, Ausschleusen, Überholen, Wiedereinführen oder Zurückfahren ist jederzeit möglich (Bild 2).

Wesentliche Herausforderung lag in kurzen Taktzeiten

Bei SEW-Eurodrive ist die Ein-Schienen-Hängebahn für bis zu 3,5 t schwere Großgetriebe ausgelegt. Damit ist sie nicht der stärkste Förderer mit Reibradantrieb am Standort Bruchsal. So hat Vollert für den Antriebshersteller zuvor eine Hängebahn für 10 t Maximallast gebaut. Jedoch ist diesmal die Hauptanforderung eine andere: der hohe Durchsatz. Alle 5 min wird ein Großgetriebe lackiert. Dieser Anspruch ergab sich aus dem Bau des neuen Werkes zur Fertigung von Großgetrieben, einschließlich Lackierung.

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