LF Ingénierie Reverse Engineering eines Sechs-Zylinder-Hispano-Motors

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Aus neu mach alt. Nicht mehr und nicht weniger verlangte Carrosserie Lecoq von LF Ingénierie, einem kleinen Unternehmen in Nizza, das im Bereich Spitzenmechanik arbeitet. Die Anforderung des Spezialisten auf dem Gebiet der Automobilrestauration: die Herstellung einer originalgetreuen Rekonstruktion des Aluminium-Motorblocks eines Hispano Suiza K6 aus dem Jahr 1933 innerhalb weniger Monate.

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Durch den Verschleiß über die Jahre hinweg und bei Restaurationsversuchen entstandene Schäden war der originale Aluminium-Motorblock des Sechszylinders nicht mehr zu retten. Vor allem bei einem letzten Versuch, den Motor durch Verschweißen wieder funktionsfähig zu machen, war dieser stark beschädigt worden. Die einzige Lösung: eine Rekonstruktion des Motors mithilfe des Wachsausschmelzverfahrens.

CAD-Modell im ersten Schritt erstellt

Erster Schritt: „Die Erstellung eines CAD-Modells des Motorblocks mit Solidworks“, sagt Alpha Camara von LF Ingénierie. Und zwar von Grund auf, denn ein Plan war nicht verfügbar. Angesichts der Deformationen des Motorblocks kam auch die Verwendung eines 3D-Scanners nicht in Frage.

„Das dadurch erstellte Modell wäre sehr schwer gewesen, und die Deformationen hätten auf diese Weise nicht korrigiert werden können. Außerdem waren einige Details im Inneren des Blocks für den Scanner nicht zugänglich,“ erklärt Camara. Folglich vermaß der Fachmann den Modellblock und formte das 3D-Modell „manuell“.

Doch eine originalgetreue Rekonstruktion muss „auf den exakten Maßen des Originals basieren“, erläutert Alpha Camara. Dies gilt auch für die Wanddicken von 6 mm, die ein Konstrukteur heutzutage sicher verringern würde.

Geringfügige Verbesserungen am Motor

Allerdings hat sich der Experte auch einige geringfügige – nicht sichtbare – Verbesserungen erlaubt. „Wir haben die Dichtmasse der Zylinderkopfdichtung durch einen O-Ring ersetzt“, gesteht beispielsweise Franck Murat, Kfz-Mechaniker bei LF Ingénierie.

Anschließend wurde das 3D-Modell durch spezifische Elemente des Wachsausschmelzverfahrens ergänzt, die durch „Lesen“, zum Beispiel des Motorblocks, der Teilungsflächen, beschädigten Stellen und Haltespuren von Kernen, erkannt wurden. Diese Phase wurde gemeinsam mit der Firma Howmet Ciral realisiert, einem Experten im Bereich des Wachsausschmelzverfahrens.

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