Gasgeben ist kein Problem Rheinmetall-Chef Papperger sieht Rüstungsindustrie gut vorbereitet

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Trotz der recht kurzfristig anwachsenden Nachfrage nach Waffen sieht sich die deutsche Rüstungsindustrie laut Rheinmetall Armin Papperger in der Lage, wenn nötig, die Produktion schnell auszuweiten ...

Der Rheinmetall-Chef Armin Papperger (Archivbild) sprach auf der Hannover Messe, die erstmals auch das Thema Rüstung aufgenommen hat. Seiner Meinung nach können die Bestellungen in die Höhe gehen. Die deutsche Rüstungsindustrie könne das abdecken, wenn es sein müsse.(Bild:  van Heevel)
Der Rheinmetall-Chef Armin Papperger (Archivbild) sprach auf der Hannover Messe, die erstmals auch das Thema Rüstung aufgenommen hat. Seiner Meinung nach können die Bestellungen in die Höhe gehen. Die deutsche Rüstungsindustrie könne das abdecken, wenn es sein müsse.
(Bild: van Heevel)

Wenn die Aufträge da sind, konstatierte der Rheinmetall-Manager Armin Papperger auf der Hannover Messe, wird die deutsche Industrie auch liefern können. Das habe sein Unternehmen bisher schon in seiner Autozuliefersparte beweisen können, merkte er dabei an. Um ein Beispiel zu nennen: Schon die Fertigung von Artilleriemunition hat Rheinmetall seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. Da geht es aber laut Papperger auch um riesige Investitionen. Und die habe sein Unternehmen zum Teil ohne schriftlichen Auftrag getätigt – einfach per Handschlag! Der Vertrag sei erst danach gekommen. Papperger ist sich sicher, dass, wenn man dieses Vertrauen genießt, man auch die Produktionsmotoren schnell genug auf Hochtouren bekommt.

Wenn die Nachfrage nach Waffen steigt, sinken die Preise

Die ist auch laut Papperger auch nötig. Denn zu lange habe man sich allein auf die nukleare Abschreckung verlassen und im konventionellen Bereich die Hände in den Schoß gelegt. Jetzt habe man in kurzer Zeit lernen müssen umzusteuern. Vor allem die Waffentechnik entwickelt und verändert sich seiner Erfahrung nach rasant – etwa durch Drohnen. Darauf muss die Branche schnell reagieren und alles zügig weiterentwickeln, heißt es weiter. Bei den Preisen, die etwa die Bundeswehr zahlen muss, zeigte sich Papperger zuversichtlich, dass diese sinken werden. Denn mit den ganzen Aufträgen aus Deutschland und von anderen europäischen Ländern werde automatisch das Volumen steigen, wodurch die Kosten sinken würden. Bei der Artilleriemunition sei das schon jetzt zu beobachten. Der Auftritt des Rheinmetall-Chefs wurde allerdings auch mehrfach durch Zwischenrufe gestört. Und gleich zu Beginn gab es Sprechchöre, die „Nie wieder Krieg“ und „Nie wieder Wehrpflicht“ skandierten. Mehrere Störer wurden von Sicherheitskräften sogar aus dem Veranstaltungsbereich getragen.

Rheinmetall steuert Fahrzeug in Düsseldorf von Hannover aus

In Hannover demonstriert Rheinmetall unter anderem, wie sich Fahrzeuge auch aus großer Entfernung fernsteuern lassen. Dazu wurde ein Fahrstand als Kontrollzentrum aufgebaut, von dem aus in Echtzeit ein Fahrzeug am Rheinmetall-Standort Düsseldorf bewegt werden kann. Das Thema Rüstung ist bekanntlich auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt vertreten. Im sogenannten Defense Production Park finden sich rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern, die klarmachen wollen, wie der schnelle Hochlauf der Rüstungsproduktion klappen kann. Schon am Eröffnungstag hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Industrieschau besucht. Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich auch ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.

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