Pumpensysteme

Richtige Dimensionierung führt zu erhöhter Energieeffizienz

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Der entscheidende Moment für die Gesamtkostenbetrachtung ist die Neu- oder Ersatzbeschaffung. Bei diesen Entscheidungen sollte die Kapitalrendite der Mehrkosten für das effizientere Produkt gerechnet werden. Diese Rendite kann Beträge erreichen, die alternativ nur mit riskanten Börsenspekulationen zu erzielen sind. Eine Investition in effiziente Technik im eigenen Unternehmen ist in solchen Fällen vielfach solider und weitsichtiger.

Energieeffizienz muss Ziel der Unternehmensleitung sein

Aber auch bei bestehenden funktionierenden Pumpenanlagen lohnt es sich, detaillierte Betrachtungen anzustellen. Nur bei genauer Kenntnis der Querschnittstechnik lassen sich die Effizienzpotenziale erkennen, die in manchen Unternehmen schlummern.

Damit ist man auch bei Ersatzentscheidungen entsprechend vorbereitet, so dass nicht aus Zeitnot einfach die bestehende Alttechnik erhalten wird. Nur wenn es ein Anliegen der Unternehmensleitung ist und die verantwortlichen Positionen entsprechend ausgestattet sind, gelingt es, die unterschiedlichen Sektionen zum Ziel der Energieeffizienz zusammenzuführen.

Anhand der folgenden Fragen können Unternehmen erkennen, welche Bedeutung die Querschnittstechnologien im Fertigungskontext haben:

  • Wie hoch ist der Anteil der Stromkosten, insbesondere der motorbetriebenen Systeme?
  • Welcher Wettbewerbsvorteil ergibt sich durch energieeffizientere Querschnittstechnik?
  • Welche Rolle spielen nichtmonetäre Faktoren wie Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen und Produktqualität?
  • Wer ist verantwortlich?
  • Werden die Energiekosten kontinuierlich erfasst und den richtigen Stellen kommuniziert?

Dabei muss berücksichtigt werden, dass in großen Unternehmen mehrere Vollzeitstellen für diese Aufgabe erforderlich sind, falls keine externe Spezialisten eingebunden werden sollen.

Wie bei Energiefragen nicht selten der Fall, sind in Unternehmen der Bedarf der Fluidmenge und der notwendige Druck nicht immer exakt bekannt. Hin und wieder werden wegen Fluidmangel an einzelnen Maschinen Druck und Menge erhöht.

Dabei spielt die Hierarchie im Unternehmen nicht selten eine Rolle. Produktion geht vor, also hat alles andere zu folgen. Es wird dann als schnelle Maßnahme an den Drosselklappen gedreht (Bild 5), obwohl eventuell die Engpassbeseitigung im Netz langfristig betrachtet der richtige Weg wäre.

Zusätzliche Mess-Stutzen für die Rohrprüfung der Pumpenanlagen können nötig werden

Bei bestehenden Pumpenanlagen ist eine Analyse des Ist-Zustandes erforderlich. Die Dokumentation der charakteristischen Größen Druck, Volumenstrom, Leistung und jährliche Betriebsdauer sollte nach Möglichkeit bei allen Pumpensystemen des Unternehmens erfolgen. Die erste Systembeschreibung basiert auf den Typenschilddaten, auf Bestellunterlagen oder Wartungsplänen sowie den buchhalterischen Aufzeichnungen über den Instandhaltungs- oder Ersatzaufwand.

Für die Ermittlung der Rohrleitungsverhältnisse ist es unter Umständen unumgänglich, zusätzliche Messstutzen für die Aufnahme der Messgeräte zu schaffen. Die Aufzeichnungen von Volumenstrom und Druck müssen dann zu Produktionszeiten erfolgen, die typische Einsatzfälle widerspiegelt.

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