Pumpensysteme

Richtige Dimensionierung führt zu erhöhter Energieeffizienz

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Aus diesem Grund werden Pumpensysteme häufig überdimensioniert, um auf der scheinbar sicheren Seite zu sein. Allerdings vergeuden überdimensionierte Pumpen Strom (Bild 3). Zudem nimmt die Zuverlässigkeit von Pumpen durch Größe nicht zu. Aufgrund von ungünstigen Belastungszuständen können sogar der Verschleiß und der Wartungsaufwand erhöht und dadurch die Zuverlässigkeit vermindert werden.

Pumpensysteme oft überdimensioniert und nicht energieeffizient

Bei Kaufentscheidungen sind vielfach die Verhältnisse im Einbauzustand nicht exakt bekannt. Müssen die Entscheidungen zudem schnell getroffen werden, liegen den Angeboten nicht immer die Kennlinien bei.

Systeme einer Querschnittstechnologie, zum Beispiel Pumpenanlagen, haben eine unterstützende Produktionsfunktion, sie steht im Schatten des Produktionsprozesses. Verschiedene Erfahrungen aus der Beratungspraxis zeigen auf, dass durch die Personalpolitik der Unternehmen in den vergangenen Jahren eigenes Personal gut ausgelastet ist und hierdurch effizienzsteigernde Optimierungen gerade in den Querschnittstechnologien ins Hintertreffen geraten sind. Es ist zeitaufwändig, bei der vielfältigen Technik und deren technischer Entwicklung fortwährend auf dem Laufenden zu bleiben.

Wesentlich für Energieeinsparung ist eine gute Datenbasis

Selbst wenn Beauftragte der Unternehmen mit Energiefragen betraut sind, ist eine gute Datenbasis für die Erschließung von Effizienzpotenzialen erforderlich. Bei einigen Techniken der Infrastruktur verändern sich die Betriebsbedingungen im Verlauf mehrerer Jahre. Hier lohnt sich kontinuierliche Bereitstellung und Unterhalt aufwändiger Mess- und Datenspeichergeräte nicht.

Querschnittstechnologien sind allerdings das Kerngeschäft herstellerunabhängiger Planer und Berater. Sie verfügen über die Messtechnik und das Know-how, professionelle Analysen der Systeme vorzulegen.

In der Praxis ist die technische Anlagenbetreuung sehr häufig mit knappem Budget ausgestattet und auf Sparen getrimmt. Der Einkauf ist andererseits auf niedrige Einkaufspreise fixiert. Selten ist die Verantwortung für Energiekosten der Querschnittstechnik klar zugeordnet.

Energieeffizienz verlangt interdisziplinäres Management

Aus diesen Gründen verwundert es nicht, wenn hier vielfach Effizienzpotenziale zu finden sind. Energieeffizienz lässt sich nicht einfach verordnen, sondern verlangt interdisziplinäres Management. Der Zusammenhang lässt sich gut anhand der Lebenszykluskostenrechnung darstellen.

Die Lebenszykluskostenrechnung (LZK) betrachtet die Gesamtkosten der Anlagentechnik während ihrer Nutzungsdauer. Die Energiekosten bei Pumpensystemen haben einen Anteil von 82% an den Gesamtkosten, während die Investitionskosten demgegenüber lediglich 8% betragen (Bild 4).

Die Steigerung der Energieeffizienz schon um wenige Prozentpunkte hat damit großen Einfluss auf die Betriebskosten. Gerade deshalb ergeben sich oft besonders wirtschaftliche Investitionen in effiziente Technik.

Fokussierung auf Anschaffung versperrt Blick auf Folgekosten

Die Senkung energiebezogener Betriebskosten sollte bei der wirtschaftlichen Betrachtung motorgetriebener Systeme im Mittelpunkt stehen. Liegt bei der Neubeschaffung von Anlagen der Fokus allein auf den Investitionssummen, kann man davon ausgehen, dass in den Folgejahren Finanzmittel verschwendet werden.

Bereits nach zwei Jahren übersteigen die Energiekosten den Invest. Das ist eine Herausforderung für die verantwortlichen Führungskräfte, angesichts der organisatorischen Trennung von Einkauf und Betrieb darf das unternehmerische Optimum nicht verloren gehen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:255988)