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Risikobeurteilung ist Grundlage für sicherheitstechnische Aktionen

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Zu einer vollständigen Dokumentation zählen außerdem die Teilnehmer der Risikobeurteilung, die nicht von nur einer Person durchgeführt werden sollte. Ein Expertenteam aus Fachbereichen wie Mechanik, Elektrik und Arbeitssicherheit kann besser alle Aspekte der Maschine objektiv und sinnvoll betrachten. Zudem verteilt sich die Verantwortung auf mehrere Schultern, denn die Entscheidung eines Kreises aus Fachleuten hat mehr Gewicht als die Entscheidung einer einzelnen Person.

Personen im Umfeld der Maschine werden in der Risikobeurteilung genau analysiert

Nach den formalen Aspekten werden die Grenzen der untersuchten Maschine notiert. Darunter fallen nicht nur offensichtliche Aspekte wie Gewicht, Maße, eingesetzte Materialien oder die Art der verarbeiteten Werkstücke. Besonders der Personenkreis, der sich im Umfeld der Maschine bewegt, muss ausführlich analysiert werden. Dabei gibt es deutliche Unterschiede in Bezug auf die Ausbildung, Erfahrung oder Fähigkeiten. Vor diesem Hintergrund können und müssen Gefährdungen für einen Bediener beispielsweise anders eingeschätzt werden als für den Instandhalter.

Weil die beiden Personen zu verschiedenen Zeitpunkten an der Maschine arbeiten, ist dies ebenfalls zu berücksichtigen. Die Tätigkeiten in den einzelnen Lebensphasen und Betriebsarten der Maschine liefern die notwendigen Informationen, um die Gefährdungen, denen die Mitarbeiter ausgesetzt sind, zu erkennen.

DIN EN ISO 12100 gibt nützliche Hinweise zu den Gefährdungsarten

Nützliche Hinweise, welche Arten von Gefährdungen möglich sind, zeigt die DIN EN ISO 12100 auf. Der eigentliche Vorgang der Identifizierung von Gefahren sowie der Risikoeinschätzung, -bewertung und -minderung wird in den meisten Fällen anhand einer Liste oder Tabelle durchgeführt. Die Auflistung in Tabellenform erlaubt eine strukturierte Vorgehensweise. Ferner wird der Nachweis erbracht, dass alle möglichen Gefährdungen geprüft worden sind.

Die Risikobeurteilung besteht aus vielen einzelnen Bestandteilen. Nur wenn sämtliche Elemente beachtet und dokumentiert wurden, ist sichergestellt, dass die Maschine die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen erfüllt. Die Risikobeurteilung fungiert dabei nicht nur als rechtlicher Nachweis, dass der Maschinenbauer die Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten hat. Sie ist zudem Ausgangspunkt des Sicherheitslebenszyklus sowie die Grundlage für alle weiteren Tätigkeiten wie die Erstellung der Pflichtenhefte für die funktionale Sicherheit.

* Dipl.-Ing. (FH) Stephan Hagedorn ist Mitarbeiter Safety Services im Bereich Industry Solutions bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in 31812 Bad Pyrmont

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