Hannover Messe Roboter-Airbag von DLR gewinnt Kuka Innovation Award

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Der am 27. April auf der Hannover Messe ausgezeichnete End effector Airbag von DLR überzeugte Kuka mit verkürzten Taktzeiten und erhöhter Produktivität. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

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Der Airbag für den Roboter schützt vor scharfkantigen Werkzeugen und Werkteilen.
Der Airbag für den Roboter schützt vor scharfkantigen Werkzeugen und Werkteilen.
(Bild: DLR)

Roboter und Mensch arbeiten immer enger in Produktionsprozessen zusammen. Scharfkantige Roboterwerkzeuge und Werkstücke stellen bisher jedoch ein Verletzungsrisiko dar. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde daher ein spezieller Airbag entwickelt, der die gefährdenden Teile umschließt und dem Bediener damit eine sichere, unmittelbare Zusammenarbeit mit einem Industrieroboter ermöglicht. Die Funktion des Roboter-Gesamtsystems wird dabei nicht eingeschränkt. Das System bietet eine einfache Lösung mit ausgeklügelter Technologie, die die Taktzeiten in der Produktion verkürzen und die Produktivität dadurch erhöhen soll: Für den End effector-Airbag wurden Wissenschaftler des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik am 27. April 2017 mit dem Kuka Innovation Award ausgezeichnet.

„Wir freuen uns riesig über den Award. Es war harte Arbeit, den Airbag von der ersten Idee bis zu einer zuverlässigen Funktionsweise zu entwickeln. Die Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung und ein Ansporn, das System für den Markt weiterzuentwickeln“, sagt Roman Weitschat vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen, der das System gemeinsam mit Dr. Hannes Höppner entwickelt hat. An dem Airbag für Endeffektoren – gemeint sind Greifer, Schrauber oder Sauger am Ende des Roboterarms – arbeiten die beiden Entwickler nun im Rahmen der Helmholtz Enterprise Förderung nahtlos weiter.

Die Gewinner der Kuka Innovation Award.
Die Gewinner der Kuka Innovation Award.
(Bild: Kuka/DLR)

Der EE-Airbag besteht aus einem Ventilflansch, der zwischen einem beliebigen Roboter und einem Roboterwerkzeug angebracht wird und zum Ein- und Auslassen von Druckluft dient, einem Airbag, der an dem Flansch befestigt ist, sowie einer Steuerbox, die eine Kommunikation zu der Sicherheitssteuerung des Roboters herstellt und die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung des Sicherheitsmoduls auslöst. Ähnlich wie bei einem Airbag im Auto füllt sich das System mit Druckluft und umschließt Roboterwerkzeug und Werkstück vor jeder Roboterbewegung. Steht der Arm still, gibt das System beide wieder frei. In Experimenten mit einem Crashtest-Dummy konnten die DLR-Entwickler nachweisen, dass eine Zulassung der verwendeten Roboterwerkzeuge ohne Airbag nicht möglich wäre.

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