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125 Jahre MM Maschinenmarkt

Roboter-Evolution in großen Schritten

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Neue Anwendungsgebiete durch elektrischen Antrieb

Der IRB 6 sollte nicht nur neue Standards in puncto Standfläche, sondern zudem auch bei der Bewegungsgeschwindigkeit und Positioniergenauigkeit setzen und fand dadurch zahlreiche Nachahmer. Durch den elektrischen Antrieb konnten zudem neue Anwendungsgebiete erschlossen werden, für die hydraulische Maschinen sich nicht eigneten, das galt insbesondere für das Lichtbogenschweißen.

Der Saab 99 von 1975 war eine der ersten Punktschweißanwendungen.
Der Saab 99 von 1975 war eine der ersten Punktschweißanwendungen.
(Bild: ABB)

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Anders verhielt es sich beim Punktschweißen, das im Aufgabenbereich des hydraulischen Roboters bliebt, bis Asea 1975 den IRB 60 auf den Markt brachte. Die Ähnlichkeiten zum IRB 6 waren groß, allerdings konnte die neue Generation bereits 60 kg tragen. Der erste IRB 60 kam beim schwedischen Automobilhersteller Saab beim Punktschweißen von Karosserien zum Einsatz.

Weltweit erster sechsachsiger Industrieroboter

Die ersten Einsätze prophezeiten bereits, dass der Industrieroboter seine längste praktische Erfahrung in der Automobilindustrie sammeln sollte, bevor andere Branchen, wie unter anderem die Kunststoff verarbeitende Industrie, sein Potenzial erkannten. Zwei Jahre zuvor, im Jahr 1973, sollte Kuka mit dem Famulus Geschichte als Robotik-Pionier schreiben, dem weltweit ersten sechsachsigen Industrieroboter mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen. Für die Automobilindustrie entwickelt und gefertigt, war Famulus gleichzeitig der erste Industrieroboter des Maschinenbauunternehmens Kuka. 2007 kommt der KR titan auf den Markt: Mit 1000 kg Traglast und einer Reichweite von 3200 mm ist er der größte und stärkste 6-Achs-Industrieroboter der Welt. Es folgt ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.

Anwendung bei einfachen Arbeitsvorgängen

In den Anfängen fand der Industrieroboter bei einfachen Arbeitsvorgängen Anwendung aber auch bei Arbeiten, die als zu gefährlich und gesundheitsschädlich für den Menschen galten. Zudem für das Heben und Transportieren von Werkstücken oder sonstigen Gegenständen. Möglich machte das sein Aufbau, bestehend aus einem Arm, der mit einer Greifvorrichtung versehen ist, einer Energieeinheit und einem Steuerungssystem.

Die möglichen Bewegungen des Roboters hängen dabei von der Anzahl der Freiheitsgrade ab. Zum Vergleich: Die menschliche Hand hat 22 Freiheitsgrade wobei der Roboter lediglich sechs benötigt, um ihn dazu zu befähigen, ein Objekt von einem Ort zum nächsten zu bringen. Der Arm des Roboters, an dem die Greifvorrichtung angebracht ist, besteht im Allgemeinen aus Teleskoprohren, sodass die Armlänge via Antrieb verändert werden kann.

Rasante Entwicklung der Greifvorrichtung

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