Robotik Roboter finden neue Aufgaben in und außerhalb der Industrie
Die Roboterbranche steht glänzend da. Neben der Automobilindustrie als Großabnehmer gibt es immer mehr neue Anwendungen, ob das Herstellen und Bearbeiten von Composites, die Batteriefertigung oder die Medizintechnik.
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„Unsere Branche befindet sich in einer glänzenden Verfassung“, konstatiert Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation. Die Zukunftsmärkte für die Roboterhersteller liegen zum einen in der Servicerobotik, aber auch in neuen Anwendungen für Industrieroboter. „Wir kommen in neue Branchen rein“, äußert sich Thilo Brodtmann, optimistisch. Und auch Gundel ist sich sicher, dass kleine und mittelständische Unternehmen zukünftig vermehrt automatisieren werden.
Mensch-Roboter-Kooperation verändert das Preisgefüge
Ein wichtiges Thema ist die Mensch-Roboter-Kooperation. „Dadurch wird sich das Preisgefüge ändern“, erläutert Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart.
Heute würde bei einer Industrieroboterzelle etwa ein Viertel des Invests für den Roboter ausgegeben und drei Viertel für Sicherheitseinrichtungen, Aufspannung, Vereinzelung, Transport und Engineering. „Bei der Mensch-Roboter-Kooperation hingegen wird der Roboter nackter, das heißt er braucht viel weniger Peripherie. Die Investitionen in das komplette Robotersystem werden also geringer.“
Im Fokus wird zukünftig auch die automatisierte Composite-Herstellung und -Bearbeitung stehen. „Früher war der Roboter nur ein kleiner Teil, zukünftig wird insbesondere bei der Bearbeitung von CFK der Roboter viel mehr Anteile übernehmen“, urteilt Manfred Gundel, Geschäftsführer der Kuka Roboter GmbH. Das beginne beim Verlegen von Composite-Matten, wo die größte Herausforderung das Greifen sei, und reiche dann bis zum Bohren, Schweißen oder Kleben der CFK-Teile.
Das Prüfen von Composites bietet interessante Einsatzchancen für Roboter
Genauso interessant wie die reine Fertigung ist laut dem IPA-Experten Hägele für die Automatisierung die Prüftechnik. „Composites müssen geprüft werden und insbesondere bei den komplexen Teilen gibt es für die Robotik interessante Einsatzchancen.“ Meistens seien das Prüfverfahren basierend auf Ultraschall oder Röntgentechnik, bei denen letztendlich Sonden oder Prüfköpfe exakt über die Struktur geführt werden müssen. „Das kann man hervorragend mit Robotern ausführen.“
Noch im Anfangsstadium befindet sich die Automatisierung der Batteriefertigung. „Aber das Thema ist heiß und hat Zukunft“, verweist Brodtmann auf eine richtige Massenbewegung im VDMA. „Im Verband haben sich schon um die 100 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengefunden, um sich des Themas Batterieproduktion anzunehmen.“
Die Batterie macht laut dem Verbandsgeschäftsführer etwa 40% der Wertschöpfung bei einem Elektroautomobil aus. Daher sei sie ein essenzieller Faktor, sowohl in der Kalkulation als auch in der Nutzenwahrnehmung des Kunden. Wenn es nicht gelinge, die Kosten der Batterie signifikant herunterzubringen, sei eine flächendeckende Verbreitung von Elektrofahrzeugen schwer zu erreichen. „Deshalb kommt an der Fertigungstechnik keiner vorbei.“
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