Robotik

Roboter übernehmen das Handling an Spritzgießmaschinen

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Handling der Roboter darf die Zykluszeit nicht verlängern

Vor der Beschaffung des ersten Roboters mussten folgende Fragen beantwortet werden: Was wollen wir haben? Was ist für unsere Ansprüche das Optimale? Der Roboter jedenfalls sollte die Teilschritte „entnehmen“, „elektrostatisch entladen“ und „ablegen“ so schnell erledigen, dass er für die nächste Zyklusentnahme rechtzeitig bereitsteht. Keinesfalls darf das Handling die Zykluszeit verlängern. In allen fünf Zellen arbeitet ein Fanuc-Roboter des Typs M-6iB in Serienversion mit 6 kg Traglast. Die einheitliche Ausstattung erleichtert die Arbeit mit dem Roboter. Das Bedienpersonal muss sich nicht umstellen. Neben der Reichweite des Roboters von 1373 mm ist vor allem die Zuverlässigkeit ein ganz wichtiger Faktor.

In den Produktionszellen können jeweils alle Teile gefertigt werden

Die Integration hat man bei Phonak selbst gemacht. Zunächst wurde der Roboter auf Basis der Spezifikation ausgesucht und dann die Zelle um die Maschine herumgebaut. Jetzt hat man in Stäfa einen guten Automatisierungsgrad erreicht. Mit wenigen Ausnahmen können in den Produktionszellen jeweils alle Teile gefertigt werden. Ausklammern muss man nur 2-K-Teile, für die eine eigene Spritzgießmaschine bereitsteht. Die Programme der Roboter sind mit der üblichen Anpassung in jeder Zelle einsetzbar.

Parallel zur laufenden Produktion denken die Verantwortlichen darüber nach, was weiter verbessert werden kann. Um die Rüstzeiten zu reduzieren, wäre eine noch bessere Reproduzierbarkeit der Positionen eine spürbare Erleichterung. Wünschenswert wäre ein Roboter mit hochtaktilen Fähigkeiten. Zudem ist man bei Phonak dabei, die Orientierung für den Roboter zu vereinfachen, damit er immer seinen Nullpunkt findet. Denn wichtig ist nur, dass ein Einlegeteil im Werkzeug genau an der richtigen Position liegt.

Die Krux fängt aber schon dann an, wenn sich beispielsweise das Spritzwerkzeug um 0,1 mm weiter öffnet als es der Roboter erwartet. Derzeit kombiniert man unterschiedliche Techniken miteinander, um die erforderliche Genauigkeit dauerhaft zu erzielen. Eine Kombination von Bildverarbeitung und mechanischen Elementen bildet dafür eine gute Ausgangslage.

Christoph Strahm ist Geschäftsführer von Fanuc Robotics Schweiz, CH-2500 Biel.

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