Medizintechnik Roboter und Manipulatoren assistieren in der Chirurgie

Autor / Redakteur: Jan Stallkamp / Bernhard Kuttkat

Assistenzsystemen für die Chirurgie sind in der Regel Roboter und Manipulatoren. Während die einzig im Operationssaal der Orthopädie zugelassenen Roboter wieder vom Markt verschwunden sind, nimmt die Anzahl auch von aufwändigen Manipulatorsystemen weiter zu.

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Eine einheitliche Definition für Assistenzsysteme im Umfeld der Diagnostik und Intervention gibt es heute noch nicht. Wegen einer wachsenden kritischen Berichterstattung und im Zusammenhang mit den bekannteren Robotersystemen Robodoc und Caspar in den Operationssälen verlor der Begriff „Medizinroboter“ seine Salonfähigkeit und wurde deswegen einfach durch den Begriff Assistenzsystem ersetzt. Um der Kritik aus unterschiedlichen Richtungen zu entgehen, wurde bereits bei den ersten Roboterentwicklungen gelegentlich auf Namensänderungen zurückgegriffen: Speziell der Ausdruck „Medizinroboter“ erweckt bei vielen Menschen spontan die Assoziation von einer seelenlosen Medizin.

Verkaufszahlen der Manipulatoren nehmen zu

Ein Medizinroboter trifft den Nerv im Verhältnis zwischen Mensch und Maschine: Wird Hilfe dadurch seelenlos, dass sie von einem Roboter geleistet wird? Inzwischen sind die Robotersysteme aus den Operationssälen vollständig verschwunden und nur noch in Forschungslaboren anzutreffen. Parallel dazu stiegen jedoch fast unbemerkt von der Öffentlichkeit die Verkaufszahlen der Manipulatoren, beispielsweise für den da-Vinci-Manipulator, weiter an.

da-Vinci-System wird per Joystick gesteuert

Beim da-Vinci-System (Bilder 1 und 2) sitzt der Chirurg an einer Konsole (Bild 3) und steuert über einen mehrachsigen Joystick die Instrumente, wobei ein dritter, beweglicher Arm das Stereo-Endoskop fixiert. Aus medizinischer Sicht ist die anfängliche Kritik an den Manipulatoren teilweise einer echten Zustimmung sogar von der älteren Chirurgengeneration gewichen. Die Argumente für den Einsatz von Manipulatoren reichen von einer physischen Entlastung durch eine entspannte Arbeitshaltung bis zur skalierten, tremorfreien Auflösung von Bewegungen.

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