Metallbearbeitung

Roboter und Werkzeugmaschine - Steuern oder gesteuert werden?

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Sowohl Maschinen- als auch Roboterhersteller sind davon überzeugt, dass erst ein Bruchteil der automatisierbaren Werkzeugmaschinen tatsächlich mannarm betrieben wird. Die Schätzungen schwanken, aber lediglich zwischen 3 und 5% aller neuen Werkzeugmaschinen werden inklusive automatisiertem Handling ausgeliefert. „20% jedoch sind wirtschaftlich automatisierbar“, schätzt Kuka-Spezialist Schuhbauer. Genügend jedenfalls, um nach Lösungen jenseits des Sondermaschinenbaus zu suchen und Schnittstellen zu vereinheitlichen.

Geht man vom letzten normalen Umsatzjahr 2008 aus, wurden laut VDW rund 40.000 Werkzeugmaschinen in Deutschland verkauft. Die Hoffnung der Roboterhersteller: 20% davon mit einem Roboter auszurüsten. Mit dem neuen Schnittstellenstandard soll Betreibern die Entscheidung erleichtert werden. Dieser Standard ist durchaus als Kostensenkungsmaßnahme zu diskutieren. Denn künftig soll die individuelle und damit aufwändige Anpassung der unterschiedlichen Maschinen und Roboter sehr viel einfacher werden.

Signale für den Be- und Entladeablauf werden im Einheitsblatt spezifiziert

So hat man in der VDMA 34180 aus gegebenen Randbedingungen Gemeinsamkeiten ermittelt, die dokumentiert werden. So heißt es unter anderem: „ Spezifiziert werden Signale, die zur Organisation des Be- und Entladeablaufs nötig sind, ebenso wie auch die erforderlichen Sicherheitssignale. Und weiter: ?Im Besonderen wird die Anbindung an Fertigungsmanagementsysteme, beziehungsweise Betriebs- oder Maschinendatenerfassung (MES/MDE/BDE) für flexible Fertigungen beschrieben.“

Dabei geben sich Experten wie Schuhbauer keinen Illusionen hin: „Werkzeugmaschinen werden gebaut, um Werkstücke zu bearbeiten, nicht um automatisiert zu werden.“ Da muss der Wurm dem Fisch, nicht dem Angler schmecken. Würde man die Maschinen-Roboter-Kombination über die gesamte Lebensdauer als Einzweckautomaten betreiben, ließe sich eventuell auch der Aufwand für eine individuelle Kombination rechnen.

Weil der Maschinenlieferant heute zwar Empfehlungen aussprechen kann, in vielen Fällen jedoch der Betreiber bestimmt, welches Roboterfabrikat zum Einsatz kommt, sind entsprechende Schnittstellen vorzuhalten. Jedes Update kostet Geld, nachträgliche Anpassungen ebenso.

Neue Schnittstelle soll einheitliche Kommunikation gewährleisten

Die neue Schnittstelle soll eine einheitliche Kommunikation gewährleisten. Signale und Signalstruktur sollen einheitlich sein. Bislang sind Belegungen von Ein- und Ausgängen frei wählbar und schon von daher nicht einheitlich. Bis ans Ende des Projektes durchgehalten haben neben den erwähnten Maschinenherstellern noch Kuka Roboter und Siemens.

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