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Roboter in der Werkzeugmaschine

Roboter verdienen sich ihren Platz in der Werkzeugmaschine

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Automatisierung entlastet Fachkräfte

Ein Ergebnis seiner langjährigen Erfahrungen im Bereich der Automatisierung präsentierte auch Schuler auf der AMB. Als Erweiterung zu den Ladesystemen Load Master stellte das Unternehmen den Load Master Assist vor. „Je höher der Automatisierungsgrad, desto höher die Produktivität – das gilt insbesondere auch für Werkzeugmaschinen, für deren Verkettung wir die Ladesysteme Load Master entwickelt haben. Die Roboterzelle Load Master Assist übernimmt als Erweiterung für diese Paletten- beziehungsweise Warenträger-Ladesysteme Aufgaben, die bisher den Anlagenbedienern vorbehalten waren“, sagt Alexander Hergl, Produktmanager Schuler. Dadurch werden Fachkräfte entlastet, die sich so anderen Aufgaben widmen können.

Auch Trumpf hat das Thema Automatisierung von Werkzeugmaschinen als zukunftsweisend identifiziert und das Fraunhofer-IPA beauftragt, entsprechende Technologien und Konzepte in Kooperation zu entwickeln. „Ziel der Entwicklungen ist die vollautomatische Anbindung von Werkzeugmaschinen in den Informations- und Materialfluss. Um allerdings dem heterogenen Umfeld in der Blechfertigung Lösungen zur Verfügung stellen zu können, untersuchen Trumpf und das Fraunhofer-IPA auch teilautomatisierte Übergangslösungen, in denen der Mensch bei seinen Tätigkeiten durch informatorische Anbindung unterstützt wird und bestehende Prozesse auch ohne kostenintensive Automatisierungstechnologien verbessert werden können“, sagt Schneider vom IPA. Die Kooperation ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Neben der direkten Kooperation werden Synergien auch im Rahmen von öffentlich geförderten Forschungsprojekten gesucht. Auch am IfW bearbeitet man unter anderem den Bereich der automatisierten Werkzeugmaschine – sowohl auf der Grundlagenseite als auch in direkter Zusammenarbeit mit Industriepartnern, wie den Werkzeugmaschinen- und Roboterherstellern, den Anbietern von Handlinggeräten sowie den Maschinenanwendern. Während die passenden Schnittstellen und höheren Investitionskosten auf den ersten Blick als größte Hürden ausgemacht werden, sieht sich Schuhbauer von Kuka auch anderen Hindernissen gegenüber: „Die größte Herausforderung liegt in der Abstimmung zwischen den Projektpartnern. Oft ist am Anfang des Projektes noch nicht final klar, was genau gemacht werden muss, und am Ende des Projektes ist dann nicht mehr viel Zeit für die Fertigstellung und den Test der Anlage.“

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Anwender von den Vorteilen überzeugen

Um seine Projektpartner dahingehend zu entlasten, hat sich Kuka im VDW-Arbeitskreis an der Spezifizierung einer universellen Schnittstelle beteiligt. Auch Kuka-eigene Pakete, wie beispielsweise das Paket ready2grip, sollen dem Anwender mehr Zeit verschaffen, indem der Integrator bei Kuka den Roboter direkt mit einem Greifer bestellen kann, der bei Anlieferung bereits voll einsatzfähig ist. Diese vorausschauende Unterstützung des Anwenders aufgrund der Komplexität, die mit der Automatisierung einhergeht, wird ein überzeugendes Argument für die Entscheidung zur automatisierten Werkzeugmaschine liefern.

„Aufgrund der Hürden liegt meines Erachtens aktuell die Handlungsnotwendigkeit eher bei den Maschinen- und Roboterherstellern, die Anwender (vor allem im Bereich der kleineren und mittleren Stückzahlen) von den Vorteilen der ,automatisierten Werkzeugmaschine' mit einem angepassten Automatisierungsgrad zu überzeugen“, fasst Stehle vom IfW zusammen. Überzeugend ist auch die Tatsache, dass sich Anwender mit der automatisierten Werkzeugmaschine dem ebenfalls die Zukunft bestimmenden Phänomen von Industrie 4.0 nähern. „Automatisierungslösungen lassen sich nicht nur immer schneller, flexibler und wirtschaftlicher in Maschinen integrieren, sondern auch digital vernetzen. Hier sehen wir Potenzial für Maschinen, die sich nach der Vision von Industrie 4.0 aktiv an der Produktionsplanung beteiligen. Dank kognitiver Systeme könnte ein ,mitdenkender' Roboter den Horizont einer Maschine erweitern – aber das ist noch Zukunftsmusik“, schließt Brand von Vollmer. MM

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