Feinbearbeitung Rundtischmaschine mit Bürsten reduziert Nebenzeit beim Finishen

Autor / Redakteur: Yvonne Nagel / Rüdiger Kroh

Ein Bauteil ist noch nicht fertig, wenn es aus der Werkzeugmaschine kommt. Bei einer Lenkungszahnstange hinterlassen die Räumwerkzeuge starke Grate und die Wärmebehandlung eine Zunderschicht. Eine Rundtischmaschine mit Bürsten vereint mehrere Finishprozesse und erzielt eine Oberflächenqualität unter 1 µm.

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Bild 1: Lenkungszahnstange vor und nach dem Finishen.
Bild 1: Lenkungszahnstange vor und nach dem Finishen.
(Bild: Kadia)

Von den Arbeitsschritten nach der Zerspanung eines Werkstücks im Bearbeitungszentrum ist selten die Rede. Häufig herrscht die Ansicht vor, heutige Werkzeuge und Techniken machen das Entgraten überflüssig. Doch dem ist nicht immer so. Um den steigenden Anforderungen an die Qualität Genüge zu leisten, ist ein letzter Schliff in den meisten Fällen die Regel. Der Ausdruck Finishen ist in diesem Zusammenhang der treffendste. Passender als Entgraten, denn es geht mittlerweile um mehr als nur um das Entschärfen von Kanten.

Sämtliche Arbeiten zwischen Zerspanung und Waschen

„Wir sagen Finishen und meinen damit sämtliche Arbeiten, die zwischen der Zerspanung und dem Waschen eines Bauteils angesiedelt sind, das können klassische Entgratprozesse, definierte Kantenverrundungen oder auch Oberflächenveredelungen sein”, erklärt Dominik Landhäußer, Vertriebsmanager bei der Kadia Produktion GmbH & Co. Um die Begriffe klar zu trennen: Finishen meint hier nicht dasselbe wie die Feinbearbeitung Superfinishen, die neben hohen Oberflächenqualitäten auch exakte Geometrien zum Ziel hat. Dafür sind die vorausgehenden Bearbeitungen wie Drehen, Feinbohren oder Schleifen zuständig.

Bei hoch beanspruchten und genauen Bauteilen, beispielsweise für Motoren- und Fahrwerkskomponenten, entscheidet der Zustand der Kanten und Oberflächen mit über die Funktionstüchtigkeit. Aus diesem Grund kann man die Bedeutung der Finishprozesse nicht hoch genug ansetzen. Auch kommt es auf eine maximale Prozesssicherheit an, denn der Großteil der Wertschöpfung ist bereits erfolgt, in den Bauteilen steckt eine Menge Kapital. Sollte das Finishen nicht optimal funktionieren, wäre das fatal. Daher verlangen Finishprozesse auch viel Entwicklungsarbeit. „Unsere Maschinen, Vorrichtungen und Werkzeuge sind so gut wie immer Sonderanfertigungen und auf ein Bauteil zugeschnitten”, sagt Landhäußer. „Bevor wir die Freigabe für einen Prozess erhalten, machen wir viele Tests. Mitunter basiert dann die Lösung auf Mitteln und Verfahren, die auf Außenstehende exotisch wirken.“

Räumwerkzeuge hinterlassen immer starke Grate

Eine solche exotische Finish-Lösung entwickelte Kadia für eine E-Lenkungszahnstange mit integrierter Kugelrollspindel. Die kritischen Details des Bauteils sind eine geräumte Verzahnung und die gedrehte Laufbahn für die Kugeln. Räumwerkzeuge hinterlassen immer starke Grate, so auch hier. Nach der Wärmebehandlung bleibt außerdem eine Zunderschicht zurück. Der Auftraggeber wünschte beides zu entfernen. Aus Gründen der Laufruhe stand ein möglichst kleiner Rz-Wert auf der Forderungsliste.

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