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Exportmärkte Russland zwischen Protektionismus und Strukturwandel

| Redakteur: Kai Ulrich

Der anhaltend niedrige Ölpreis, der niedrige Kurs des Rubel und die gegenseitige Sanktionspolitik im Zuge der Ukrainekrise veranlassen die russische Regierung, ihre Wirtschaft neu zu strukturieren. Wir zeigen, wie auch deutsche Unternehmen davon profitieren können.

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Russland versprach lange Zeit gute Geschäfte für deutsche Maschinenbauer, doch derzeit behindern Sanktionen den Absatz.
Russland versprach lange Zeit gute Geschäfte für deutsche Maschinenbauer, doch derzeit behindern Sanktionen den Absatz.
(Bild: PP Mezhdunarodnaya/Siemens)

Die EU und Russland verhängten Mitte 2014 Wirtschaftssanktionen gegen die jeweils andere Seite; der VDMA erwartete, dass die EU sie Mitte Dezember 2015 um mindestens sechs weitere Monate verlängern werde (die Entscheidung stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest). Zudem reagiert Russland, um künftig eine eigene Produktion an Hochtechnologiegütern zu ermöglichen. Deutsche Maschinenbauunternehmen müssen durch die russische Regierung kein Importverbot befürchten. Das hat pragmatische Gründe, weil den russischen Maschinenbauunternehmen oft das Know-how dazu fehlt, die Importe zu ersetzen.

Landmaschinenhersteller Claas expandiert in Krasnodar

Anfang Oktober 2015 hat der Landmaschinenhersteller Claas im südrussischen Krasnodar ein zusätzliches Werk in Betrieb genommen. Damit steigt das Produktionsvolumen auf bis zu 2500 Mähdrescher und Traktoren pro Jahr. Die Investition betrug 120 Mio. Euro. Russland ist für Claas ein wichtiger Markt für die Zukunft, weil aktuell nur 72 Mio. ha landwirtschaftlich genutzt werden.

Insgesamt sind in Russland 122 Mio. ha für den Ackerbau geeignet. Die Nachfrage nach effizienter Erntetechnik wird in Russland noch lange hoch bleiben. Außerdem hat Claas eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Verkauf der dort gebauten Landmaschinen deutlich erleichtern wird. In wenigen Monaten soll jetzt eine Investitionsvereinbarung fertigstellt werden, die Claas den Rang eines „russischen Herstellers“ gibt. Damit erhält Claas die gleichen Finanzierungsbedingungen wie die einheimischen Hersteller.

Russland erlässt neues Gesetz zur Industriepolitik

Der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) berichtet, dass seit dem 30. Juni 2015 in Russland das Gesetz über Industriepolitik gilt. Eines der im Gesetz formulierten Ziele ist die Schaffung einer wettbewerbsfähigen hochtechnologischen Industrie mit dem Schwerpunkt Innovationen.

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