Herbst-Collegtage 2008 Schlechte Zeiten sind gut für gute Unternehmen

Redakteur: Jürgen Schreier

Dass Krisen (wie die aktuelle) auch Chancen bergen, wird in Festreden gerne beschworen. Und doch es ist an dieser vermeintlichen Binsenweisheit etwas dran: Unternehmen, die das Richtige tun und sich im Wettbewerb gut positioniert haben, können von Krisen sogar profitieren. Das zeigten die Herbst-Collegtage 2008 des Schmidt-Colleg in Bayreuth.

Anbieter zum Thema

Finanzkrise, Vertrauenskrise: Auf die Wirtschaft kommen wohl (wieder einmal) schwierige Zeiten zu. Doch eben jene schwierigen Zeiten sind es auch, die gute Unternehmer zu nutzen wissen. Mit Leidenschaft, die gerade mittelständische Unternehmer auszeichnet und der Bereitschaft, Herausforderungen zu nutzen und Probleme anzupacken, können gute Unternehmen diesem aufkommenden Sturm trotzen.

Dr. Dr. Cay von Fournier, Inhaber von Schmidt-Colleg, das sich seit mehr als 20 Jahren intensiv mit Führungsstrategien für Unternehmen beschäftigt, ist davon überzeugt. „Schlechte Zeiten sind gut für gute Unternehmen. Betrachten wir die Vergangenheit, ist gerade in schwierigen Zeiten Großes entstanden. Verständlich, dass dies nicht immer nur Spaß macht und tatsächlich die ganze Leidenschaft eines Unternehmers erfordert,“ so seine Einschätzung der Lage.

Mut zeigen – statt zweifeln

Bei der Eröffnung der Herbst-Collegtage am 17. Oktober forderte er die knapp 300 anwesenden Unternehmer und Führungskräfte aus dem Mittelstand auf, jetzt mit besonderem Engagement zur Sache zu geben, Hoffnung zu machen (statt zu verzweifeln) und Mut zu zeigen (statt zu zweifeln). Nur so könne man gestärkt aus einer solchen Krise hervorgehen.

Insgesamt neun Referenten zeigten den Zuhörern in zwei Tagen unterschiedlichste Ansätze zum Leitthema der Veranstaltung „Chancen nutzen“ auf. So startetet Europas führender Experte für das neue Zeit- und Lebensmanagement, Prof. Dr. Lothar Seiwert, mit einem Vortrag zum Thema „Simplify Your Time“ und gab den Unternehmern und Führungskräften zahlreiche Tipps, wie man mehr Zeit für das Wesentliche im Leben hat. „Wir leben in einer absoluten Leistungsgesellschaft. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn andere, mindestens ebenso wichtige Lebensbereiche bei beschäftigten Menschen, zu kurz kommen.“

Mit richtiger Zeitbalance zu optimaler Lebensqualität

Die Frage ist nur, wie lange dies wirklich gut geht. Menschen werden in der Regel nur aufgrund von pain (Schmerz) oder pleasure (Freude) tätig, wobei ersteres überwiegt. Ob Krankheit oder Scheidung – beides sind Zeichen dafür, dass es mit der Work-Life-Balance nicht so ganz stimmt. „Vier Lebensbereichen sollte ein Mensch gerecht werden: Arbeit/Leistung, Familie/Kontakt, Körper/Gesundheit, Sinn/Werte. „Heute beginnt der Rest Ihres Lebens.“ Seiwert zeigte den Teilnehmern, wie sie in sieben Stufen durch eine ausgewogene Zeitbalance langfristig und nachhaltig zu mehr Lebensqualität kommen.

Mit dem Thema „Lust auf Service“ beschäftigte sich anschließend im wahrsten Sinne des Wortes der Leiter des Service-Instituts Vinzenz Baldus: „Kunden bleiben dem treu, der sie am besten betreut. So einfach ist das!“ Er wies eindringlich darauf hin, dass alle Serviceversprechen nichts nützen, wenn sie von den Menschen im Unternehmen nicht gelebt werden. Den Zuhörern vermittelte er umsetzbare Strategien, damit sie auf der so genannten Servicewelle zwischen Lust und Last, zwischen kundenorientierter Persönlichkeit und kundenfernen Prozessen, Pluspunkte sammeln können. Mit Ausflügen ins Tierreich untermalte Vinzenz Baldus seine Thesen zum Thema Service-Qualität eindrucksvoll und brachte die Zuhörer zu manchem nachdenklichen Schmunzeln.

(ID:278413)