Zerspanungstechnik/Schneidöl Schneidöle filtern stopft Löcher im Geldbeutel

Autor / Redakteur: Christof Ruckes / Peter Königsreuther

Bei der spanenden Präzisionsteilbearbeitung sind Schneidöle unverzichtbar, um die nötige Kühlung und Schmierung zwischen Werkzeug und Werkstück zu gewährleisten. Schneidöle sind aber teuer und verschmutzen dabei schnell. Mit sogenannten Tiefenfiltern sind sie jedoch mit geringem Aufwand aufbereitbar.

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Bild 1: Kühlschmiermittel und Schneidöle sind teuer. Die wirksame Filterung ist vernünftig.
Bild 1: Kühlschmiermittel und Schneidöle sind teuer. Die wirksame Filterung ist vernünftig.
(Bild: Fotolia)

Schneidöle sind mit Wasser nicht mischbare Kühlschmierstoffe (KSS) und werden bei spanenden Prozessen eingesetzt, wenn hohe Schmierwirkung wichtig ist, um die Produktivität zu erhöhen, den Werkzeugverschleiß zu minimieren sowie hochwertige Werkstückoberflächen zu garantieren.

Der Einsatz von Schneidölen führt zu gewissen Problemen

Bei der Nutzung von Schneidölen ist es leider unvermeidlich, dass das teure Hilfsmittel relativ schnell mit Spänen und Partikeln kontaminiert und so mit der Zeit unbrauchbar wird. Mit Tiefenfiltern und geringen Drücken sind diese Öle aber vom Nutzer ohne viel Aufwand und Kosten aufbereitbar und bleiben länger einsatzklar.

Drei grundsätzliche Arten von Schneidölen haben sich in der industriellen Praxis bisher durchgesetzt und werden je nach Anwendungsfall genutzt:

  • Unlegierte (unadditivierte) Schneidöle: Das sind reine Mineralöle ohne Zusätze. Aufgrund geringer Druckstabilität und Kühlwirkung werden sie nur für leicht zu bearbeitende Werkstoffe, wie etwa Buntmetalle, eingesetzt. Der begrenzten Einsatzfähigkeit halber sinkt ihre Attraktivität.
  • Legierte (additivierte) Schneidöle: Diese Gruppe wird meist mit anorganischen Additiven und/oder natürlichen Fettölen versetzt, um die Druckstabilität und das Haftvermögen an Werkstücken zu erhöhen. Dadurch steigt die Kühlwirkung, da das Öl länger am Werkstück verbleibt und mehr Wärme aufnehmen kann.
  • Hochleistungs-Schneidöle: Um einer hohen Flächenpressung zwischen Werkzeug und Werkstück standzuhalten, werden legierte Schneidöle zusätzlich mit EP-Zusätzen (EP = extreme pressure, sehr hoher Druck) versetzt. Ihre hohe Wärmeleitfähigkeit kühlt die Stelle zwischen Werkzeug und Werkstück schneller ab, was auch das Verschweißen von Bauteil und Werkzeug verhindert.

Das größte Problem beim Einsatz von Schneidölen wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit aus: Additivierte Sorten kosten je nach Beigabe zwischen 5 und 7 Euro pro Liter. Hochleistungs-Schneidöle können leicht das Doppelte kosten. Schneidöle sind durch den Zerspanungsprozess einer kontinuierlichen Kontaminierung mit Spänen, Oberflächenelementen (Zunder, Beize, Oxidationspartikel), Wasser und vielen anderen Fremdstoffen ausgesetzt. Konventionelle Bandfilter sowie die Hauptstromfilter der meisten Werkzeugmaschinen können aber nur grobe Verschmutzungen bis zu einer Größe von rund 50 µm zurückhalten.

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