Zerspanungstechnik/Schneidöl

Schneidöle filtern stopft Löcher im Geldbeutel

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Tiefenfilter beseitigen feste und flüssige Kontaminationen

Dennoch sind Kontaminationen und Fremdpartikel auch unterhalb dieses Größenniveaus vorhanden sowie in keinster Weise immer unproblematisch. Das liegt daran, dass auch sie die Eigenschaften des Schneidöls dauerhaft beeinträchtigen können.

Eine Drehmaschine mit einer Spannfuttergröße von 250 mm kann durchaus 300 l Schneidöl „on board“ haben. Ein Austausch des Tankinhaltes verursacht direkte Kosten von etwa 1800 Euro. Stillstandszeiten, Mannzeiten für die Tankreinigung sowie Entsorgungs- und Bürokratieaufwand sind in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Um diesem Problem entgegenzutreten, hat die Firma Delta Technik Filtersysteme einen speziellen Filter, den Typ 6524, entwickelt. Dieses Filterelement wurde besonders für niedrigviskose Öle bis zu einer Viskositätsgruppe von 32 (32 cStokes bei 40° C) in Kooperation mit Partnern aus der Forschung und der Zerspanungsindustrie entwickelt. Das Filterelement 6524 besteht aus wabenförmig miteinander verkeilter Spezialzellulose, chemisch aufgerauten Feinstfäden aus PP (Polypropylen) sowie elektrostatisch aufgeladener PETB-Folie. Dieser Filter wird in ein synchron mitentwickeltes Gehäuse eingesetzt, um einen rein axialen Öldurchfluss zu gewährleisten und damit eine lange Filtereinwirkzeit sicherzustellen.

Es handelt sich beim Typ 6524 um einen sogenannten Tiefenfilter: Durch den geringen Öldruck bis maximal 4,5 bar hat das Öl eine lange Filterdurchlaufzeit. Die PP-Fäden leiten vorhandene Partikel sowie Wasser in die Wabenzellulose, wo diese Fremdstoffe gespeichert werden. Hochreaktive Ionen, beispielsweise Hydroxidionen infolge von Wasserkontamination, werden im Vorfeld elektrostatisch gebunden und erhalten so keine Gelegenheit, an Ölmolekülen anzudocken und die Eigenschaften des Öls zu verändern oder gar diese Moleküle aufzubrechen. Die Einsatzgebiete dieses Filterelements erstrecken sich von Hochpräzisionsteilen, wie beispielsweise den sogenannten Coanda-Düsen für die NASA bis zu Mehrspindlern (hohe Stückzahlen bei gleichzeitig sehr hoher Präzision).

Zur Vermeidung unproduktiver Stillstands- und Reinigungszeiten gibt es zwei Möglichkeiten für den Einsatz dieser Tiefenfilter:

  • die kontinuierliche Aufbereitung mit Einbausystemen;
  • die mobile Aufbereitung im Rahmen einer präventiven Reinigung.

Bei der kontinuierlichen Aufbereitung wird das Einbausystem (Filter, Gehäuse, Steuerblock/Druckminderventil) in den Rücklaufstrom des Schneidöls eingebaut. So kann das Öl während der Laufzeit der Werkzeugmaschine ständig aufgearbeitet werden. Auch eine von der Maschinenlaufzeit unabhängige Filtration mittels Einbau eines eigenständigen Pumpenaggregats sowie einer Zeitsteuerung per Anschluss an die Maschinensteuerung ist möglich. Letzteres wird häufig dann genutzt, wenn das Öl beispielsweise noch mehrere Stunden nach Abschalten der Werkzeugmaschine gezielt gereinigt werden soll.

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