Gebäude-Energieeffizienz Schnelle Energiebewertung von bestehenden Gebäuden

Autor / Redakteur: Uwe Wassermann / Claudia Otto

Ab 2020 sollen alle Neubauten in Europa klimaneutral sein. Aber auch bestehende Gebäude müssen für einen reduzierten CO2-Ausstoß nachgerüstet werden. Die Bundesregierung unterstützt Sanierungen zu diesen Gunsten. Mit einer neuen Methode lässt sich das Nachrüstungspotenzial eines bestehenden Gebäudes ermitteln.

Anbieter zum Thema

Mit einer Gebäudeplanungssoftware können präzise Architekturentwürfe für ein energieeffizientes Gebäude erstellt werden. (Bild: Autodesk)
Mit einer Gebäudeplanungssoftware können präzise Architekturentwürfe für ein energieeffizientes Gebäude erstellt werden. (Bild: Autodesk)

Um das Klima zu stabilisieren, plant die Internationale Energieagentur (IEA) bis 2050 eine Reduzierung der weltweiten CO2-Emissionen um 77%. Zur Erreichung dieses Ziels müssen bestehende und zukünftige Gebäude – die heute mehr als 40% des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen – effizienter werden.

Einsparpotenziale bestehender Gebäude sehr hoch

Immer häufiger werden Nachrüstungen und Umbauten von bestehenden Gebäuden als eine Möglichkeit zur signifikanten und kostengünstigen CO2-Reduktion angesehen. Allein in Deutschland wurden von insgesamt rund 18 Mio. vorhandenen Wohngebäuden rund 75% vor 1979 gebaut, als die energetischen Standards noch vergleichsweise niedrig waren. Auch im Bereich der 1,5 Mio. Nichtwohngebäude sind die Einsparpotenziale sehr hoch.

In Großbritannien wurde ermittelt, dass in den nächsten zwei Jahren schätzungsweise 3 Mio. Pfund investiert werden, um die besten Methoden für die Nachrüstung von bestehenden Gebäuden zu ermitteln. Dafür müssen jährlich 40.000 Haushalte bis 2015 und 1,8 Mio. Wohnungen pro Jahr bis 2020 nachgerüstet werden, damit alle 26 Mio. britischen Haushalte bis 2050 energieeffizient sind.

Strengere Energieeffizienz-Vorschriften für Gebäude zu erwarten

Es ist damit zu rechnen, dass die Vorschriften zur Energieeffizienz von bestehenden Gebäuden zukünftig strenger werden. Bauherren, Regierungsbehörden und Investoren müssen sich weiterhin den wichtigsten technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen stellen. Dazu gehören die Identifizierung der besten Nachrüstungkandidaten, die Durchführung einer groß angelegten Vermögenswertbewertung und die Profilierung großer Gebäudeportfolios hinsichtlich ihrer Leistung.

Warum reichen traditionelle Ansätze zur Messung und Steuerung des Energieverbrauchs in bestehenden Gebäuden nicht aus? Und welche Rolle spielt Rapid Energy Modeling, der neue technologiegetriebene Workflow mit dem Potenzial, eine Gebäudeperformanceanalyse von bestehenden Gebäuden in einer skalierbaren Weise durchzuführen?

Architekten, Ingenieure, Bauherren, Behörden und Investoren – unterschiedlich in Größe und Grad des grünen Know-hows – gaben im Rahmen einer Umfrage an, dass Energiebenchmarking bald die Einsicht haben wird, die nötig ist, um eine Basis für die Energieeffizienz von Gebäuden zu schaffen. Sie begrüßen es, dass die Technik an dem Punkt angelangt ist, an dem solche Benchmarkingaufgaben um die Möglichkeit erweitert werden können, bestehende Bedingungen problemlos aufzugreifen und schnell Energiemodelle zu erstellen. Dabei kann man nun die Auswirkungen auf Energieverbrauch und Kosten mit verschiedenen Entwurfsalternativen in einer modellbasierten Umgebung prüfen – in anderen Worten, Rapid Energy Modeling betreiben.

(ID:32111730)