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Schmieden Schuler liefert sechs Schmiedelinien nach Asien

| Autor: Stéphane Itasse

Einen Auftrag für vier Schmiedelinien aus China hat der Pressenhersteller Schuler erhalten und einen weiteren für zwei Schmiedelinien in der Mongolei abgeschlossen.

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Ein Mitarbeiter entnimmt die geschmiedeten Stahlkugeln von einer Abfuhrrutsche, die im Werkzeugraum integriert ist.
Ein Mitarbeiter entnimmt die geschmiedeten Stahlkugeln von einer Abfuhrrutsche, die im Werkzeugraum integriert ist.
(Bild: Schuler)

In China hat der Automobilzulieferer Chongqing Lianhao Technology vier mechanische Schmiedelinien bestellt. Die Presskraft der Mehrstufenpressen mit Kniegelenkantrieb liegt nach Angaben des deutschen Herstellers zwischen 8000 und 20.000 kN. Die vier Schmiedelinien sollen im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 ausgeliefert werden.

Schuler-Schmiedepressen mit weitem Hubbereich

Die Schmiedepressen vom Typ MML2 mit Kniegelenkantrieb bieten einen Hubbereich von 250 bis 800 mm und eignen sich mit dieser großen Spannweite für die Massenfertigung von Antriebs- und Fahrwerkkomponenten unterschiedlicher Größe – von Kegelzahnrädern bis hin zu Getriebewellen. Die Kniegelenkkinematik senkt dabei die Umformgeschwindigkeit, was wiederum sowohl die Teilequalität als auch die Formbarkeit des Materials erhöht. Das Gelenksystem der MML2, von Schuler entwickelt, lässt sich beim Bau der Presse an die Anforderungen der Bauteile anpassen und ermöglicht einen Einsatz in der Kaltumformung wie auch in der Halbwarmumformung.

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In der Mongolei kommt der Kunde nicht aus der Automobilindustrie, sondern rüstet Rohstoffverarbeiter aus. Das 1990 gegründete Darkhan Metallurgische Werk (DMP), circa 200 km nördlich der Hauptstadt Ulaanbaatar, stellt Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 100 bis 140 mm für Mahlwerke her. Dazu hat das Unternehmen zwei automatisierte Schmiedelinien mit Kurzhub-Gesenkhämmern vom Typ KGH 5.0b in Betrieb genommen.

Schmiedepressen produzieren für die Rohstoffverarbeitung

Zur Produktion der Stahlkugeln sägt zunächst eine Kreissäge Stäbe in Stücke, die dann mittels Induktion erhitzt werden. Im nächsten Schritt nimmt ein Roboter die glühenden Teile vom Zuführungsband und legt sie in den Schmiedehammer ein. Am Schluss entnimmt ein Mitarbeiter die geschmiedeten Stahlkugeln von einer Abfuhrrutsche, die im Werkzeugraum integriert ist. Nach dem Abschrecken, dem Härten, dem Anlassen und der Qualitätsprüfung sind die Kugeln fertig zum Einbau in Mahlwerke.

Schuler hat nach eigenen Angaben die kompletten Linien einschließlich der Schmiedegesenke und der Schmierung in einem Zeitraum von sieben Monaten geliefert. Inzwischen produziert jede Schmiedelinie alle 8 s eine Stahlkugel, beide Linien haben zusammen eine Kapazität von 25.000 t pro Jahr.

„Unser Kunde hatte keine Erfahrung im Schmieden, deshalb haben wir ihn Schritt für Schritt an diese neue Technologie herangeführt und Schulungen zur Bedienung, Instandhaltung und Sicherheit durchgeführt“, sagt Markus Bieg, Leiter der Schuler-Division „Industry“ in Weingarten. Das Vorhaben war das erste von Schuler in der Mongolei. Die Visualisierung sowie die Dokumentation mussten das deutsche Unternehmen deshalb mithilfe des Kunden in die Landessprache übersetzen. Laut DMP wird das Projekt neue Möglichkeiten für die Entwicklung der metallurgischen Industrie im Land eröffnen.

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MM MaschinenMarkt