Unternehmenssanierung

Schutzschirmverfahren ist auf einem guten Weg

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Hier gäbe es noch Verbesserungsmöglichkeiten, da die insolvenzrechtliche Expertise im Fall der Fälle eigentlich doppelt ins Unternehmen einzieht: Neben der Verpflichtung des Beraters durch das Unternehmen, wird dem Unternehmen vom Gericht ein sogenannter Sachwalter an die Seite gestellt, der die Interessen der Gläubiger wahren soll. „An dieser Stelle könnte man sicherlich Kosten einsparen“, so der Experte.

Schutzschirmverfahren: vertrauensbildend und schnell

Für die Unternehmen, die dagegen gute Aussichten auf die Durchführung eines Schutzschirmverfahrens haben, bietet das neue Verfahren enorme Vorteile: Zum Beispiel werden Geschäftsführer motiviert, sich der Situation rechtzeitig zu stellen und sich frühzeitig mit den Optionen der insolvenzrechtlichen Sanierung zu beschäftigen.

Durch die Möglichkeit der Eigenverwaltung kann der Unternehmer oder Geschäftsführer während des Verfahrens Herr im eigenen Haus bleiben. „Ein guter Weg, denn wer kennt sein Unternehmen und die Kunden schon besser als die eigene Geschäftsführung?“, betont Flöther. Anträge werden so schneller gestellt, als früher.

Und der Faktor Zeit spielt laut Flöther eine ganz entscheidende Rolle: „Je früher gehandelt wird und je mehr Ressourcen noch zur Verfügung stehen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit ein Unternehmen erfolgreich zu sanieren.“ Zudem ist es über ein Schutzschirmverfahren möglich, das Unternehmen extrem schnell neu aufzustellen. Läuft alles nach Plan, wird das Verfahren meist nach sechs bis neun Monaten abgeschlossen und vom Gericht aufgehoben. „Wir sprechen vom sogenannten Sanierungs-Turbo, der natürlich für alle beteiligten Parteien nur wünschenswert ist“, so Flöther.

Regelinsolvenzverfahren dauert oft vier bis fünf Jahre

Im Vergleich dauere ein herkömmliches Regelinsolvenzverfahren dagegen oft vier bis fünf Jahre. Entscheidend aber ist: Bei einem „normalen“ Insolvenzverfahren ist meist der Unternehmer sein Unternehmen los. Im Schutzschirmverfahren hingegen – wenn eine Sanierung über einen Insolvenzplan gelingt – kann der Unternehmer sein Unternehmen behalten.

Wichtig – besonders für die Zukunft des sanierten Unternehmens – ist die Wortwahl und der damit verbundene Image-Erhalt des Unternehmens. Das Wort „Insolvenz“ wird vermieden, was sich grundsätzlich positiv auf das Verhältnis zu Kunden, Lieferanten und natürlich Mitarbeitern auswirkt. „Es ist ein deutliches Signal nach Außen, dass das Unternehmen eben noch nicht insolvent ist und man trotzdem rechtzeitig Maßnahmen ergriffen hat“, betont Flöther. „Das schafft wichtiges Vertrauen.“

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