SKF Schweinfurt wird mit Großlager-Prüfzentrum zur „Großlager-Metropole“
Noch ist es eine brache Fläche hinter dem Werk 3 von SKF in Schweinfurt, doch nach dem Spatenstich am 14. Juli wird auf hier 3000 m² für 40 Mio. Euro das weltweit leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum entstehen. Damit soll der Einsatz von Großlagern präziser als bisher getestet werden, um somit die Lager besser auf ihre späteren Aufgaben hin entwickeln zu können.
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Dass in Schweinfurt das Prüfzentrum entsteht, war zunächst eher unwahrscheinlich, wie Manfred Neubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKF GmbH, berichtet. Doch dank des Einsatzes der SKF GmbH, sowie der Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und durch das Land Bayern kann nun der fränkische Standort zu einer „Großlager-Metropole“ ausgebaut werden – die Großlager für die Windindustrie werden bereits hier gefertigt.
Großlager-Prüfstände sollen weltweit höchste Leistung erreichen
Gebaut werden zwei High-Tech-Prüfstände von der Augsburger Renk Test System GmbH. „Zusammen mit den Experten von Renk betreten wir tatsächlich technologisches Neuland“, erläuterte Bernd Stephan, Senior Vice President Group Technology Development bei SKF, „denn das Leistungsvermögen der beiden Prüfstände wird zum Teil weit oberhalb der bis dato verwirklichten Einrichtungen liegen.“ So werde der größere Prüfstand mit Schwerpunkt Windenergie beispielsweise Rotorlagerungen abdecken können, die über die 10-MW-Klasse hinausreichen. Der Außendurchmesser solcher Lager könne – dank einer Art „Adapter“ am Prüfstand – bis zu 6 m betragen. „Hinzu kommt, dass dieser Prüfstand nicht nur ein einzelnes Lager aufnehmen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit überprüfen kann – also quasi die Original-Konstruktion inklusive entsprechender Bauteile des Kunden“, skizzierte Stephan eine weitere Besonderheit.
SKF
Geplantes Großlager-Prüfzentrum von SKF erhält sein „Innenleben“
Aus diesem Grund wird selbst der kleinere der beiden neuen Großlager-Teststände die derzeit existente Prüftechnik deutlich übertreffen, zum Beispiel in Sachen Dynamik, maximale Kräfte und Biegemomente sowie Drehzahlen. „Wir betreiben diesen Aufwand, weil die derzeit verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle nicht imstande sind, wirklich realitätsnahe Prognosen zu treffen“, so Dr. Martin Göbel, Leiter des Prüfzentrum-Projekts bei SKF in Schweinfurt. „Die neuen Teststände werden uns Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen.“ Bisher wurden die Großlager aus Sicherheitsgründen eher überdimensioniert, doch mit den Ergebnissen aus dem Prüfstand soll es möglich sein, die Großlager genauer auf die Anforderungen hin zu entwickeln. Daher verspricht man sich pro Jahr eine Einsparung von mehreren Tausend Tonnen CO2.
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