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Schwerlastroboter Schwerlastroboter als Automatisierungslösung für die Stahlindustrie

| Autor / Redakteur: Ulrike Kroehling / Mag. Victoria Sonnenberg

Roboter kamen bislang kaum in der Stahlindustrie zum Einsatz – die Kälte und der Schmutz erwiesen sich als großes Hindernis. Dennoch entschied sich ein Hersteller von warm gewalzten Spezialprofilen für sie als Automatisierungslösung – mit Erfolg.

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Die Stahlindustrie verlangt den Robotern einiges ab: neben kalten Temperaturen setzen ihnen zudem Staub zu. Der titan von Kuka schlägt sich wacker bei der Handhabung von Spezialprofilen aus Stahl.
Die Stahlindustrie verlangt den Robotern einiges ab: neben kalten Temperaturen setzen ihnen zudem Staub zu. Der titan von Kuka schlägt sich wacker bei der Handhabung von Spezialprofilen aus Stahl.
(Bild: Kuka)

Die Mannstaedt GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Troisdorf blickt auf eine knapp 200-jährige Firmengeschichte zurück. Heute ist das Unternehmen Teil der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe und auf die Herstellung von warm gewalzten Spezialprofilen aus Stahl spezialisiert. Spezialprofile sind individuell geformte Stahlstäbe, die bei der Herstellung von Fertigwaren in einer Vielzahl von Industriezweigen, wie etwa in der Automobilindustrie, in der Gabelstaplerproduktion oder im Hafenbau, verwendet werden. Bei Mannstaedt-Profilen handelt es sich um individuelle Konstruktionen, die je nach Kundenwunsch gefertigt werden.

Für die letzte Stufe des Produktionsprozesses war das Unternehmen auf der Suche nach einer Automatisierungsmöglichkeit. Zukünftig sollten fertig produzierte Spezialprofile automatisiert gestapelt werden. Zunächst musste die Frage geklärt werden, ob Roboter oder ein Linearportal zum Einsatz kommen sollten. Für die Roboterlösung sprachen geringere Kosten sowie die höheren Lasten, die die Roboter bewegen können.

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Letzteres war schließlich auch das entscheidende Argument pro Roboter, denn Mannstaedt wollte im Zuge der Umstellung der Produktion Spezialprofile in einer Länge bis 26 m produzieren – statt wie bisher von bis zu 16 m. „Von der Umstellung haben wir uns große Vorteile in Sachen Flexibilität versprochen. Mit den längeren Spezialprofilen können wir uns auf dem Markt der Sondererzeugnissen aus Stahl gut positionieren“, sagt Marcus Haas, Betriebsleiter Hydraulik, Krane, Energie und Infrastruktur bei der Mannstaedt GmbH. Seit nunmehr knapp zwei Jahren stehen sechs Kuka-Roboter vom Typ KR 1000 titan in der Werkshalle bei Mannstaedt und übernehmen die Stapelung der Spezialprofile.

Schmutz und Wetter verlangt den Robotern in der Stahlindustrie viel ab

„Roboter kamen in der Stahlproduktion bislang kaum zum Einsatz. Das anspruchsvolle und schwierige Arbeitsumfeld machte es für sie schwer, in der Branche Fuß zu fassen“, schildert Haas die Situation zu Beginn der Planungen. Daher mussten bei der Umstellung mehrere Herausforderungen gemeistert werden. Die größte Hürde lag im Handling der Spezialprofile. Da Mannstaedt durch die Umstellung die Stahlstangen in eine Länge von bis zu 26 m verpacken wollte, müssen die Roboter Lasten von rund 2,5 t transportieren können. Ein Vorgang, der bislang weltweit einzigartig ist. Außerdem sind die Bedingungen in der Stahlproduktion für Roboter alles andere als ideal. „Bei uns in der Halle herrschen die gleichen Temperaturen wie im Freien. Im Winter wird es in den Hallen ziemlich kalt. Das setzt den Robotern zu“, sagt Haas.

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