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Roboter nimmt alle Hürden der Stahlindustrie
Aber nicht nur die Kälte ist ein Problem. Zudem schädigt der allgegenwärtige Stahlstaub die Maschinen. Die dritte zu nehmende Hürde lag schließlich in der Umstellung der Produktion. Denn die neue Anlage wurde während des laufenden Betriebs installiert, wie Haas erzählt.
Die Entscheidung, die Umsetzung mit Kuka zu realisieren, erklärt Haas folgendermaßen: „Wir haben uns aufgrund des Qualitätsversprechens für Kuka entschieden. Außerdem konnte Kuka Erfahrungen aus der Gussindustrie vorweisen.“ In der seit zwei Jahren laufenden automatisierten Anlage sind insgesamt sechs Roboter nebeneinander positioniert.
Im ersten Arbeitsschritt werden die Spezialprofile per Förderband in den Arbeitsbereich der Roboter angeliefert. Die Roboter greifen die bis zu 26 m langen Stäbe mittels Magnetgreifer auf und stapeln sie zum Weitertransport platzsparend auf einer Stapelvorrichtung, die sich hinter dem Förderband befindet, aufeinander. Je nach Länge der Stäbe übernehmen entsprechend viele Roboter die Stapelung. So ist es auch möglich, dass jeweils drei Roboter im Verbund die Stapelung durchführen, was dazu führt, dass die Arbeit in doppelter Geschwindigkeit ausgeführt wird. Wenn die vorgegebene Menge an Stäben abgelegt wurde, fährt der Stapel mit dem nächsten Förderband weiter Richtung Abtransport zum Kunden. Wie die Profile gestapelt werden, hängt von deren Form ab. Bei U-förmigen Profilen beispielsweise greifen die Roboter das Werkstück abwechselnd oben und unten an. Damit wird eine effiziente Stapelung ermöglicht.
Schwerlastroboter handhabt 1000 kg bei einer Reichweite von mehr als 3,2 m
Die Anforderungen an den Roboter waren von Beginn an klar definiert: Er sollte hohe Lasten bewegen können, zudem über eine große Reichweite verfügen und die schwierigen Bedingungen in der Werkhalle durften ihm nichts anhaben. Daher fiel die Wahl auf den Roboter vom Typ KR 1000 titan. Das Muskelpaket aus der Serie der Schwerlastroboter hat eine Tragkraft von 1000 kg und verfügt über eine Reichweite von über 3,2 m. Er wurde explizit für die Handhabung von Motorblöcken, Stahlträgern oder Schiffsteilen konzipiert. Dabei können Distanzen von bis zu 6,5 m schnell und präzise überbrückt werden. Der Sechsachser bringt ein Eigengewicht von 4,7 t auf die Waage. Für den reibungslosen Betrieb der Roboter wurden zahlreiche Mitarbeiter von Mannstaedt bei Kuka in Augsburg geschult. Bei Störfällen und im Wartungsfall können die Mitarbeiter nun selbst die anfallenden Arbeiten am Roboter übernehmen.
Nachdem die Anlage seit nunmehr zwei Jahren in Betrieb ist, kann Haas ein Fazit ziehen: „Die Anlage ist ein absoluter Gewinn. Wir können mit einfacheren Methoden leichter und flexibler produzieren.“ Mit der Umstellung ist es nun möglich, bis zu 26 m lange Spezialprofile herzustellen. Das bietet die Möglichkeit, bis zu 300 unterschiedliche Formen zu produzieren. Nach der erfolgreichen Umsetzung steht bei Mannstaedt das nächste Robotik-Projekt auf der Agenda. „Wir sehen bei uns im Unternehmen noch weitere Anwendungsbereiche für Roboter. Bei nachgestellten Tätigkeiten, also im Bereich der Logistik, planen wir die nächsten roboterbasierten Automatisierungen“, verrät Haas. MM
* Ulrike Kroehling arbeitet in der Corporate Communications der Kuka Roboter GmbH, Tel. (08 21) 7 97 49 03, ulrike.kroehling@kuka.com
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