IT-Sicherheit

Security wird in der Automatisierung wichtig

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„Die meisten Unternehmen lassen Security unbeachtet – bis zum ersten Vorfall, dann kümmert man sich hektisch darum“, berichtet Matthias Dehof, Geschäftsführer der Dehof Ingenieur + Technik GbR und Vorstand des Security and Administration in Industrial Ethernet (SecIE) e.V. Dehof berät Unternehmen bei der Sicherung von Netzwerken. Verwunderlich ist, so Dehof, dass „Unternehmen sich IT-Fachkräfte leisten, um das Büronetzwerk zu administrieren, aber häufig vom Betriebselektriker die Verwaltung des Produktionsnetzwerks erwarten.“

Produktionsnetz ist sicherheitskritisches Netzwerk

Ähnlich sieht es auch Ulf Könekamp, Hauptabteilungsleiter Elektrik und Automatisierungstechnik im Geschäftsbereich Holz der Dieffenbacher GmbH + Co. KG: „Wir müssen unseren Kunden beibringen, dass ein Produktionsnetz ein sicherheitskritisches Netzwerk ist, also nicht das gleiche wie ein DSL-Netzwerk zu Hause.“ Und Könekamp illustriert das eigentliche Problem: „Bei Security geht es vor allem um die Verfügbarkeit. Es ist genauso schlimm, wenn jemand einen Stecker irgendwo hineinsteckt, wie wenn man einen herauszieht und das Netzwerk dadurch stört.“

Werner Krings, geschäftsführender Gesellschafter der Inat GmbH, verdeutlicht: „Wer physischen Zugriff zum Netz hat, den kann man nicht mehr aufhalten. Man muss dafür sorgen, dass man von außen nicht ans Netz kommt und die falschen Leute keinen Zugriff haben.“

Automatisierungslieferanten müssen bei IT-Sicherheit Vorbild sein

Einig sind sich die Experten, dass Security von den Automatisierungslieferanten vorgelebt werden müsse. Diese tragen auch schon zu einem guten Teil zur Verbesserung der Situation bei. Zum Beispiel bieten sie heute externe und interne Firewall-Lösungen oder mechanisch sicher verschlossene USB- oder RJ-45-Buchsen an.

Gerade eine vor die Steuerung geschaltete externe Firewall sollte aber eher als Zwischenlösung angesehen werden, wie Könekamp findet: „Die Sicherheit gehört in die SPS beziehungsweise in die Ethernetbaugruppen, denn eine externe Firewall kann leicht ausgeschaltet und umgangen werden.“

Firewall bietet keine dauerhafte Sicherheit

Selten werden jedoch Produktionsstätten komplett neu entworfen und mit neuester Steuerungstechnik ausgestattet, deshalb ist eine externe Firewall zumindest für den Schutz aus dem Internet besser als nichts. Eine andere Lösung wäre es, ausschließlich verschlüsselt im Netz zu kommunizieren, was allerdings ebenfalls neue Komponenten voraussetzt, wenn die Steuerung noch nicht dazu in der Lage ist.

Ein Unternehmen, das sich über Security Gedanken macht, sollte strukturiert vorgehen und vor allem die Zuständigkeiten klären. Wichtig ist für Dehof auch, dass Automatisierer und IT-Fachkräfte zusammenarbeiten, denn Produktions- und Büronetzwerk unterscheiden sich in vielen Punkten. Die Kompetenz beider Seiten zusammen kann die Probleme lösen.

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