Vergussmasse Stabile Drehmaschinen mit ausgegossenen Maschinenbetten

Von Mag. Victoria Sonnenberg 2 min Lesedauer

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Seiger Drehmaschinen entwickelt und baut dynamische Drehmaschinen für die Präzisionsbearbeitung. Bei den Maschinenbetten setzt man auf Stahlschweißkonstruktionen, verfüllt mit zementgebundenen Mineralguss.

Angemischtes durfill in einer Pumpe.(Bild:  durcrete)
Angemischtes durfill in einer Pumpe.
(Bild: durcrete)

Seiger aus Lippstadt plant und baut Drehmaschinen für unterschiedlichste Anwendung, von der Kompaktmaschine zum Drehen von medizinischen Kanülen bis zur 65 Tonnen schweren Maschinen zur Bearbeitung von Komponenten für Bandstahlanlagen. Bei allen technischen Finessen ist dem Hersteller eine hohe Fertigungstiefe wichtig. Von der Spindel über die Maschinenverkleidung bis hin zum Maschinenbett in Verbundbauweise wird alles im Werk in Lippstadt hergestellt. Deswegen wird viel in Ausbildung investiert und bevorzugt bei lokalen Zulieferern preisstabil und mit zuverlässigen Lieferzeiten eingekauft.

Die Maschinenbetten der größeren Baureihen werden als verfüllte Stahlschweißkonstruktionen ausgebildet, um eine hohe Dämpfung der Vibrationen zu erreichen, damit entweder der Werkzeugverschleiß gering bleibt oder eine höhere Leistung gefahren werden kann. Ein willkommener Nebeneffekt der Verfüllung ist die erhöhte Wärmeträgheit der Maschine, wodurch sich thermische Störungen durch Nachbarmaschinen oder Sonneneinstrahlung weniger auf die Bearbeitungsqualität auswirken. Die Konstruktion der Maschinenbetten inklusive Optimierung der Eigenfrequenz führt Seiger selbst durch. Um Wege und Kosten kurz zu halten, erfolgt das Verfüllen der Betten vorwiegend in Eigenleistung.

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Seit 10 Jahren setzt Seiger auf die mineralische Vergussmasse durfill von durcrete. Die Masse wird in einem preiswerten Durchlaufmischer mit Wasser vermischt und mittels einer Rutsche in die Stahlkonstruktion geschüttet. Pumpen wäre möglich, wenn man darauf verzichten kann, spart man jedoch Investitions-, Arbeits- und Reinigungskosten. Um Verschmutzungen zu minimieren, werden selbstgebaute Trichter eingesetzt. Bei lokalen Hochpunkten werden Steiger als Entlüftungsöffnungen eingesetzt, welche später einfach abgeschlagen werden. Das flüssige Material ist selbstentlüftend und benötigt kein Rütteln. Der Werkstoff dehnt sich im Metallbauteil aus und presst sich gegen die Metallwandung. Stahlplatten mit zahlreichen Öffnungen im Inneren der Baugruppe sorgen dafür, dass Stahl und der hochfeste Beton als Einheit wirken. Teilweise werden hierfür auch Schubnocken in der Verbundfuge eingesetzt. Im Gegensatz zu Sandverfüllungen wird nicht nur die Gesamtmasse erhöht und dadurch die Eigenfrequenz abgesenkt. Durch die überproportionale Steifigkeitserhöhung infolge der Verbundwirkung kann die maßgebende Eigenfrequenz nach oben abgestimmt werden und bei geschickter Konstruktion in einen günstigen Bereich verlagert werden. Zusätzlich verringern sich die Verformungen des Maschinenbettes und die Maschine wird präziser.

Durfill ist als Sackware auf Lager und kurzfristig verfügbar. Kundenspezifisch produzierte Big Bags sind bei größeren Mengen sinnvoll, um Lohnkosten bei der Verarbeitung einzusparen. Der auf Spezialbetone für den Maschinenbau spezialisierte Hersteller durcrete aus Limburg unterstützt bei der Konstruktion, Berechnung und auch beim ersten Einsatz der Vergussmasse. Die meisten Kunden nehmen diesen Service allerdings gar nicht in Anspruch. Auf dem Youtube-Channel „durcrete“ zeigen selbsterklärende Videos alle wichtigen Details, sodass sowohl Konstrukteure für die Zeichnungserstellung als auch die Vorarbeiter für die Arbeiten im Werk meist keine weitere Hilfe benötigen. Die Kundenstruktur ist sehr heterogen, von deutschen Firmen die nur 1 Palette im Jahr kaufen bis zu europäischen Lohnfertigern, welche alle sechs Wochen einen ganzen Lkw benötigen.

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