Absturzsicherung Seilsicherungssystem für Schutz und Beweglichkeit bei der Arbeit

Autor / Redakteur: Ludwig Beckers und Michael Podschadel / Robert Weber

Arbeiten an Kranbahnen sollten nicht leichtfertig durchgeführt werden. Das gilt besonders, weil die oft schmalen Versorgungsstege entlang der Bahnen in der Regel nicht mit Geländern gesichert werden können. Hier bedarf es spezieller Sicherheitsmaßnahmen gegen das Absturzrisiko.

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Bild 1: Falltiefe 20 m: Die Absturzsicherung ist nicht nur ein Thema in der Müllentsorgung. Auch Industrieunternehmen müssen in moderne Sicherheitssysteme investieren. (Bild: ABS)
Bild 1: Falltiefe 20 m: Die Absturzsicherung ist nicht nur ein Thema in der Müllentsorgung. Auch Industrieunternehmen müssen in moderne Sicherheitssysteme investieren. (Bild: ABS)

Für die Wartungstechniker der Müllentsorgungsanlage in Iserlohn beispielsweise ist das Begehen der Kranbahn Routine – fast täglich heißt es: Schutzkleidung anlegen und hinauf auf den Wartungssteg, der je nach Füllhöhe des Müllbunkers eine Sturztiefe von fast 20 m (Bild 1) mit sich bringt. Eine nicht ungefährliche, aber notwendige Arbeit für die Mitarbeiter der Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises, denn die Wartung der Anlage kann nur durch eine unmittelbare Begehung erfolgen.

Maßnahmen zur Vorbeugung lebensbedrohlicher Stürze sind da unabdingbar. Wer auf den oft schmalen Kranbahnen seiner Arbeit nachgehen muss, braucht einen zuverlässigen Schutz, denn routiniert arbeiten kann auch der beste Mitarbeiter nur, wenn er sich sicher weiß.

Absturzsicherung ist ein Muss in Deutschland

In der Praxis haben sich unterschiedliche Absturzschutzvorkehrungen etabliert. Ob einzelne, fixierte Anschlagpunkte oder höchst flexible Schienensysteme, ungesichert muss heute niemand mehr in der Höhe arbeiten. Das sollten Mitarbeiter und Arbeitgeber aber nicht nur wegen des Unfallrisikos, sondern auch zur Wahrung ihres Versicherungsanspruchs im Blick haben – denn Absturzsicherung ist in Deutschland sowohl laut Gesetz als auch gemäß den berufsgenossenschaftlichen Regelungen Pflicht. Wer sich an diese verbindlichen Vorgaben hält, ist also in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite.

Das Prinzip bei der Absturzsicherung funktioniert in der Praxis zumeist nach ähnlichen Abläufen: Der Mitarbeiter trägt einen sogenannten Auffanggurt am Körper, der über ein Verbindungsseil mit der jeweiligen Anschlagvorrichtung verknüpft wird. Diese Verbindung stellt er schon her, bevor er der Absturzkante zu nahe kommt, etwa dadurch, dass die ersten Anschlagmöglichkeiten noch von einem sicheren, ungefährlichen Arbeitsbereich aus zu erreichen sind.

Bei der AMK in Iserlohn setzt man bereits seit 1996 auf Seilsicherungssysteme – aus einem ganz bestimmten Grund. Seilsicherungssysteme können nämlich sehr flexibel Strecken von bis zu mehreren Hundert Metern sichern, und das unterbrechungsfrei.

Absturzsicherungssystem immer an die Architektur anpassen

Ein Seilsicherungssystem bietet zuverlässigen Schutz, behindert aber zugleich die Arbeitsabläufe nicht. Alternative Sicherungssysteme scheiden an diesem Arbeitsplatz aus – sei es aus bautechnischen Gründen oder aufgrund der Untauglichkeit in der Praxis. Geländer etwa würden bei vielen alltäglichen Arbeitsschritten stören, ebenso wie der Einsatz zahlreicher Einzelanschlagpunkte. Bei teils bis zu mehreren Hundert Metern Kranbahnlänge müssten sich die Mitarbeiter nach einer kurzen Strecke immer wieder neu anschlagen, was den Arbeitsfluss stark beeinträchtigt.

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