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Selbstoptimierende Fertigung wird real

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Produktions- und Logistiksysteme passen sich selbst an

Selbstlernende Systeme können den Leistungs- und Geschwindigkeitsbedarf aus den gerade herrschenden Produktionsanforderungen ableiten und sich daran anpassen. Daraus folgt ganz pragmatisch, dass etwa Förderbänder oder Regalbediengeräte in Zeiten mit geringer Auslastung bewegungsoptimiert unterwegs sind. Weil es im Moment unerheblich ist, ob der Fahrauftrag in 20 s oder 2 min. erledigt ist, kann eine Schwerpunktverschiebung von der reinen Produktivität auf die Effizienz erfolgen. Dieses kleine Beispiel macht klar, dass Produktions- und Logistiksysteme, die sich selber an aktuelle Fertigungsbedingungen anpassen können, sehr viel Potenzial für Ressourceneinsparungen bieten. Der energetische Effizienzgewinn liegt in diesem Beispiel bei bis zu 15 % – und dieses allein durch optimierte Software ohne aufwendig veränderte Sensorik oder Aktorik.

Damit Einsparungen dieser Art durch Anpassung des Prozesses an den Bedarf möglich werden, braucht es den lifecycle-bezogenen Blick über die klassische Automatisierungspyramide hinaus. Denn dieser generelle Ansatz wirkt sich auch auf das Engineering aus, einem wichtigen Teilbereich, der Auswirkungen auf die Ressourceneffizienz hat. Lassen sich alle physikalischen Komponenten, ihr Beziehungsgeflecht untereinander und die Anbindung an die Welt draußen in eine virtuelle Welt bringen, dann können reale Anlagensteuerungen bereits an der virtuellen Anlage erstellt werden. Auf diese Weise sinken der Zeitaufwand für das Engineering und die Kosten bei der Inbetriebnahme. Darüber hinaus können Maschinen und Anlagen bereits vor dem Aufbau in der virtuellen Welt optimiert werden.

Virtuelle Welt spiegelt die Realität belastbar wider

Damit virtuelle Welten wirklich belastbar das widerspiegeln, was in der realen Praxis gelebt wird, sind Modelle erforderlich. Diese beinhalten Gesetzmäßigkeiten, Fakten und Zusammenhänge in einem Maß, dass sich Maschinen- und Anlagenzustände verlässlich nachbilden lassen. Konkret zählen dazu Modelle von Abläufen wie auch von Komponenten. Zur Abbildung werden als Basis einheitliche, standardisierte Modellierungssprachen und -programme benötigt. Simulationsberechnungen in Echtzeit sind wiederum nur dann möglich, wenn ausreichend Rechenperformance zur Verfügung steht. Begleitet wird das Ganze von offenen Systemen, die sich nahtlos ohne Schnittstellenprobleme miteinander verknüpfen lassen. Das Ergebnis lässt sich mit einem homogenen Ganzen vergleichen – einem cyberphysischen, vernetzten System mit dezentraler Intelligenz, das in der Lage ist, sich selber zu optimieren, Fehler zu erkennen oder auch vorausschauende Wartung einzuleiten.

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