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Eine Tabelle mit den untersuchten Parameterweiten ist in Bild 6 (rechte Seite) dargestellt. Als Referenzwert dieser Untersuchungen dient ein konventioneller Sinusverlauf (Kurve 3). Die übrigen Kurvenverläufe wurden so angepasst, dass die Stößelbewegung im Bereich des Auftreffens auf das Blech stark verlangsamt abläuft. Dies kann anhand der Darstellung in Bild 6 (linke Seite) nachvollzogen werden.
Schall- und Schwingungsemissionen lassen sich leicht reduzieren
Mit dem bei konventionellen mechanischen Pressen üblichen Sinusverlauf wurde während der Untersuchungen eine Schallemission von 109,1 dB(A) gemessen. Wie anhand der Darstellung in Bild 6 (rechts unten) zu erkennen ist, bildet dieser Wert das Maximum der ermittelten Daten. Mit abnehmender Geschwindigkeit im Kontaktpunkt nehmen auch die Intensitäten der ermittelten Schallereignisse kontinuierlich ab.
Die experimentellen Untersuchungen belegen eindeutig, dass durch eine Reduktion der Stößelgeschwindigkeit im Kontaktpunkt eine signifikante Minderung der Schallemissionen erreicht werden kann. Eine negative Beeinflussung der Hubzahlen und damit auch der Produktivität durch die reduzierte Geschwindigkeit ist hierbei nicht erforderlich.
Wie die Beispiele zeigen kann durch eine Ausschöpfung des Potenzials der Servopressentechnologie eine signifikante Reduktion der Schall- und Schwingungsemissionen erreicht werden. Die hierzu erforderlichen Maßnahmen sind bei Servopressen einfach umsetzbar und bedürfen keiner weiteren Investitionen. Eine Verschlechterung der Produktivität kann in vielen Fällen durch eine geeignete Anpassung des Hubverlaufs verhindert werden.
Abschlussveranstaltung des BMBF-Projektes am 12. September 2013
Sowohl mit Blick auf marktseitige Schwankungen als auch auf veränderliche rechtliche Rahmenbedingungen ermöglicht die Servopressentechnologie eine deutlich flexiblere Reaktion. Starre Produktionsstrukturen und -abläufe können durch den Einsatz der Servopressentechnik künftig in einem größeren Maße durch wandlungsfähige Prozesse in den Betrieben der Umformtechnik abgelöst werden.
Weitere Ansätze für eine gesteigerte Wandlungsfähigkeit von Betrieben der Blechumformung durch die Nutzung von Servopressen sind im Rahmen des Projektes „Formäleon“ erarbeitet worden. Sie betreffen insbesondere die Prozessintegration und ganzheitliche Produktivitätssteigerungen. Interessenten können die Abschlussveranstaltung des BMBF-Projektes am 12. September 2013 für eine weitergehende Information zu nutzen.
Literatur
[1] Ansoff, H. I.: Corporate Strategy, New York. McGraw-Hill 1965.
[2] Groche, P., Osakada, K., Mori, K., Altan, T.: Mechanical servo press technology for metal forming. CIRP Annals – Manufacturing Technology, Elsevier, Manchester, 60/2 (2011) S. 1-24.
[3] Otsu M., Yamagata, C., Osakada, K.: Reduction of blanking noise by controlling press motion, CIRP Annals – Manufacturing Technology, 52-1 (2003), S. 245-248.
* Prof. Dr.-Ing. Peter Groche ist Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt, Matthias Christiany M. Sc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am selben Institut, Dr.-Ing. Gerhard Brüninghaus ist Geschäftsführer der Brüninghaus & Drissner GmbH in Hilden.
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