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Shopfloor-Digitalisierung aus Sicht der Werkzeuge

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„Es schauen sich nicht mehr drei verschiedene Mitarbeiter ein Werkzeug an, um herauszufinden, ob es noch verwendbar ist oder nicht“, sagt Griesbaum. Der Tooldirector VM dokumentiert eindeutig, welche Werkzeuge vorhanden sind und welche zum Nachschleifen weggegeben wurden. Mit anderen Worten, auch in dieser Hinsicht hat die Transparenz in der Prozesskette „Toolmanagement“ erheblich zugenommen: Die Standzeiten werden möglichst optimal ausgenutzt.

Leistungsfähige Schnittstellen halten alles im Fluss

Die XMSK-Schnittstelle zur Vernetzung der Mazak-Maschinen ist schon realisiert und befindet sich in der Einführungsphase. Die Schnittstellen zu Mastercam und zum ERP-System leisten täglich hervorragende Dienste, wie der Workflow der Auftragsabwicklung zeigt: Die Artikelstammdaten werden im ERP-System und in der Arbeitsvorbereitung des Betriebsauftrages angelegt. Der Betriebsauftrag wird im Leitstand freigegeben und eingeloggt.

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Mit dem CAM-System wird das NC-Programm erstellt. Dazu werden aus dem Tooldirector VM die entsprechenden Werkzeuge „gezogen“. Und durch das Parsen des NC-Programms wird die tatsächliche Werkzeugliste erstellt. Es werden arbeitsgangbezogene Rüstlisten erstellt und anschließend der vorgesehenen Maschine zugeordnet. Am PC an der Maschine wird die Differenzliste angezeigt: was an Werkzeugen abgerüstet und was hinzugefügt werden muss. „Alle Werker arbeiten selbstständig mit der integrierten Auftragsverwaltung. Weil diese eine große Erleichterung für sie bedeutet, wurde sie schnell angenommen“, sagt Griesbaum zufrieden.

Mit professioneller Einführung wohlüberlegt und schnell zum Ziel

Aus dem Lastenheft – Griesbaum sagt dazu schmunzelnd: „Es war eher ein Lastenbuch“ – wurde das Pflichtenheft gemeinsam mit Consultant Henning Felber von Coscom abgeleitet. Griesbaum: „Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es sehr sinnvoll war, sich gleich zu Anfang über sehr viele Details Gedanken zu machen und auch Selbstverständlichkeiten festzuhalten.“

Zunächst ging es um das Procedere, wie die Werkzeugstammdaten zu übernehmen und die Bestellinformationen zu hinterlegen seien. Immerhin musste erheblicher Aufwand bei der (Alt-)Datenbereinigung betrieben werden. Im zweiten Schritt ging es um die Erstellung der Komplettwerkzeuge. Dann kam die Realisierung der Mastercam-Schnittstelle und schließlich die Einbindung der Zoller-Messgeräte sowie der Gühring Werkzeugschränke hinzu.

Roll-out begann maschinenbezogen vor zwei Jahren

In der Kürze der Zeit wurden rund 4600 Komplettwerkzeuge digital mit allen Technikdaten erstellt. Jedes Komplettwerkzeug wird für die drei verwendeten Spindeltypen erstellt. Dies erleichtert den schnellen Maschinenwechsel, was immer wieder erforderlich ist, meint Griesbaum. Der Roll-out begann vor zwei Jahren und fand maschinenbezogen statt. Er ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber: „Die Einführung des Tooldirector VM von etwa 18 Monate ist eine realistische Zeit“, betont Griesbaum. Er lobt die zielorientierte, sich ergänzende Zusammenarbeit mit Felber.

Als Softwareprofi hatte er bei allen Wünschen nach (Sonder-)Funktionalität immer auch die Wartungs- und Pflegefreundlichkeit der Standardsoftware im Auge. „Die Einteilung in die einzelnen Prozessschritte im Sinne eines Werkzeug-Lifecycle-Managements hat uns einen großen Nutzen gebracht“, sagt Griesbaum zufrieden, und Felber fügt hinzu: „Aufgrund der umfassenden Konfigurationsmöglichkeiten kann sich das Coscom-Portfolio den unterschiedlichen Arbeitsweisen unserer Kunden sehr gut anpassen.“ Und wie steht Armbruster zur TCI-Technologie von Coscom? Es sei eine wunderbare Technologie, um weitere Systeme Schritt für Schritt in die Prozesskette einzubinden; allerdings, so Felber, spüre der Anwender in seiner täglichen Arbeit davon nichts – tja, so perfekt funktioniert TCI. So ist es auch bei Armbruster. Insgesamt ist der Tool-director VM bei Armbruster an 15 Arbeitsplätzen installiert. Sogar die kaufmännische Abteilung hat einen Arbeitsplatz, beispielsweise um nachzuprüfen, ob die im Tooldirector VM hinterlegten Rabatte mit denen übereinstimmen, die in den Rechnungen über die Werkzeuglieferungen ausgewiesen wurden.

Die Knopfdrucklösung für Wiederholteile ist beeindruckend

Über eine .CSV-Anbindung werden die Stammdaten aus dem ERP-System zum Tooldirector VM übertragen und zwar einmal am Tag. Insgesamt werden Daten aus einem Pool von 22.500 Artikeln abgeglichen, die der Gruppe „Fertigung“ im ERP-System bei Armbruster angehören. Mehr als 1350 NC-Programme, teilweise mit mehreren Arbeitsgängen, wurden seit der Einführung der neuen Coscom-Toolmanagement-Prozesslösung programmiert. Sie alle haben eine Werkzeug-Rüstliste, die zum Rüsten und Abrüsten der Bearbeitungszentren genutzt wurde. Bei Armbruster sind zwischen 60 und 70 % der Aufträge Wiederholaufträge – für diese wiederkehrenden Umsatzträger ist das Coscom-Infrastruktursystem eine Knopfdrucklösung. Kein Wunder also, dass das geplante Umsatzwachstum von Armbruster im unteren zweistelligen Prozentbereich für dieses Jahr keine Utopie, sondern in greifbarer Nähe ist.

Dr. Bernhard Valnion ist Fachjournalist in München; weitere Informationen: Coscom Computer GmbH 85560 Ebersberg

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