Europäischer Tag des Notrufs
Arbeitssicherheit zur Priorität machen

Ein Gastbeitrag von Joost Knapen 5 min Lesedauer

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Am 11. Februar ist der europäische Tag des Notrufs. Ein guter Anlass, um zu überlegen: Was können Unternehmen tun, damit Anrufe bei der 112 gar nicht erst erforderlich sind? Mit den richtigen Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko für Arbeitsunfälle erheblich reduzieren.

Mit der Akku Storage Box von Zarges können Batterien von Werkzeugen fachgerecht gelagert werden. (Bild:  Zarges)
Mit der Akku Storage Box von Zarges können Batterien von Werkzeugen fachgerecht gelagert werden.
(Bild: Zarges)

Pro Tag gehen durchschnittlich 84.000 Notrufe bei den Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst in Deutschland ein, also einer pro Sekunde. Insgesamt waren es im Jahr 2023 über 30 Millionen, so die aktuellen Zahlen der deutschen Telekom, über deren Netz alle Anrufe an die 112 übertragen werden. Zwar resultiert nicht aus jedem Notruf ein Einsatz, doch die Rettungskräfte haben mehr als genug zu tun. Allein in Bayern musste das Bayerische Rote Kreuz (BRK) 648.000 Mal ausrücken. Ein nicht zu unterschätzender Teil der deutschlandweiten Notrufe betrifft das Arbeitsumfeld. So wurden 2023 laut Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 10.283 schwere Arbeitsunfälle gemeldet. 381 davon endeten tödlich. Höchste Zeit also, das eigene Arbeitssicherheits-Konzept einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Hohes Risiko durch Absturzunfälle und Hängetrauma

Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken in der Bauwirtschaft: Hier spielten sich 76 der tödlichen Arbeitsunfälle ab. Kein Wunder, schließlich arbeiten die Beschäftigten häufig mit schweren Geräten oder in großen Höhen. Gerade Absturzunfälle sind gefährlich. Sie machten laut DGUV 16 Prozent der tödlichen und 30.000 der meldepflichtigen Arbeitsunfälle aus. Oft reicht schon ein Sturz aus weniger als zwei Metern, um böse Verletzungen zu verursachen. Mit zunehmender Höhe steigt der Schweregrad. Um sich abzusichern, tragen die Bauarbeiter immer öfter Auffanggurte. Diese schützen zwar vor einem Aufprall, nicht aber vor einem Hängetrauma. Denn wenn eine Person in aufrechter Position bewegungslos im Gurt hängt, versackt durch die einschneidenden Riemen das Blut in den Beinen. Das Gehirn und andere lebenswichtige Organe werden jetzt nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass es zu Schwindel, Übelkeit oder Verwirrung kommt. Bereits nach zehn Minuten entwickeln fast alle Betroffenen Symptome, nach 15 Minuten nehmen die Überlebenschancen rapide ab. Und selbst wenn die Bergung rechtzeitig gelingt, können Schäden zurückbleiben, weil das versackte Blut womöglich toxische Stoffe im Körper freisetzt.