Windkraftflaute Siemens Energy drohen Milliardenverluste

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das Windgeschäft bleibt das Sorgenkind des Energietechnikkonzerns Siemens, so die dpa. Qualitätsprobleme lassen die Siemens-Sparte wohl nicht zur Ruhe kommen.

Sorgen über Sorgen! Die Konzernsparte Siemens Energy steht vor Milliardenverlusten, wie die dpa jetzt meldet. Die Problemkinder sind demnach Windraftrotoren und -lager sowie Qualitätsmängel bei der neuen Turbine des Typs 5.X. Hier kommen die Analysten zu Wort ...(Bild:  Siemens)
Sorgen über Sorgen! Die Konzernsparte Siemens Energy steht vor Milliardenverlusten, wie die dpa jetzt meldet. Die Problemkinder sind demnach Windraftrotoren und -lager sowie Qualitätsmängel bei der neuen Turbine des Typs 5.X. Hier kommen die Analysten zu Wort ...
(Bild: Siemens)

Anhaltende Qualitätsmängel im Landturbinengeschäft summieren sich zu Milliardenverlusten und damit zu deutlich höheren Kosten als man mit Blick auf Siemens Energy zunächst glaubte. Auch komme der Bereich mit seinen geplanten Produktivitätssteigerungen langsamer voran als geplant. Die Überwindung der Krise und damit die Rückkehr in die schwarzen Zahlen wird sich deshalb länger hinziehen, so die Schlussfolgerung. Ende Juni musste das Management um Konzernchef Christian Bruch bereits die Reißleine ziehen und die Ergebnisprognose, die zuvor bereits zweimal gesenkt wurde und schon hunderte von Millionen Euro Verlust vorsah, ganz zurückziehen. Die Aktie war daraufhin binnen eines Tages um über 30 Prozent eingebrochen. Bruch hatte einräumen müssen, dass er das Ausmaß der Probleme so nicht erwartet hat.

Turbinen, Rotorblätter und Lager bringen Sorgenfalten

Betroffen von den Mängeln sind sowohl ältere Maschinen als auch die neue Turbine 5.X. Probleme verursachen vor allem Rotorblätter und Lager, heißt es auch noch. Mit einer Taskforce des Managements und einem Sonderausschuss des Aufsichtsrates will Siemens Energy die Probleme im Windkraftgeschäft aufarbeiten, um sie schließlich in den Griff bekommen. Abgesehen davon sollen die anderen Geschäfte rund laufen. Die Umsatzprognose für den Konzern sowie sämtliche Annahmen für Gas Services, Grid Technologies und Transformation of Industry halte der Siemens-Konzern deshalb aufrecht. Beim Umsatz geht Siemens Energy insgesamt von einem vergleichbaren Wachstum von 10 bis 12 Prozent aus. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte.

So sehen Analysten die Zukunft von Siemens Energy

Der Experte Akash Gupta von JP Morgan geht nicht davon aus, dass Siemens Energy bei der Vorlage der Quartalszahlen bereits tiefergehende Details zu den Mängeln oder möglichen Designfehlern nennen kann. Das Unternehmen benötigt aus seiner Sicht nämlich mehr Zeit für die eingehendere Ursachenforschung. Er schätzt die Rückstellungen jedoch weiter auf etwa 1,7 Milliarden Euro und nimmt per Modellrechnung an, dass davon rund 1,4 Milliarden Euro im dritten Quartal verbucht werden könnten. Seine Konzentration sowie die des Marktes werde auf der Bilanz liegen. Nach der Zurückziehung der Prognose im Juni habe das Unternehmen auch die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung nicht völlig ausgeschlossen.

In einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg zusammengestellten Schätzung erwarten Analysten wegen der Windkraftprobleme im Mittel eine Vervielfachung des Nettoverlusts. Unter dem Strich dürfte im dritten Quartal 2023 ein Minus von 1,2 Milliarden Euro stehen, nach einem Verlust von 390 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dagegen sehen sie den Umsatz steigen. Und zwar von fast 7,3 Milliarden auf knapp 7,9 Milliarden Euro.

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