DIN-Preisverleihung

Siemens mit DIN-Preis „Nutzen der Normung“ ausgezeichnet

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Normen geben unverzichtbaren Rahmen

Preise in der Kategorie „Best Practice“ werden für diejenigen Beiträge vergeben, die die erfolgreiche Anwendung von Normen im betrieblichen Ablauf besonders anschaulich darstellen. Holger Diehm hat dies für den Bereich der Fahrradprüfung und –zertifizierung getan. Die von Velotec als Dienstleistungszentrum für Produktsicherheit angewendeten Prüf- und Messverfahren sind genormt oder bauen auf Normen auf, indem eigene Prüfprogramme mit strengeren Anforderungen für Produkte mit höheren Qualitätsansprüchen entwickelt werden. Die Bedeutung der Normen als unverzichtbarer Rahmen der täglichen Praxis sowohl im technischen wie auch im rechtlichen Sinn der Produkthaftung wurde überzeugend herausgearbeitet.

In dem Beitrag von Christian Wais geht es um die optimale Vermittlung von Normungswissen. Da ein Schwerpunkt der Dienstleistung der Firma Wassermann die Prüfung und Wartung von kraftbetätigten Tür- und Toranlagen ist, sieht sie es als ihre Aufgabe, die Kunden auch in diesem Bereich bestmöglich zu beraten. Das bedeutet konkret, dass die Mitarbeiter in der Lage sein müssen, dem Kunden vor Ort verständlich zu vermitteln, weshalb welche Umbaumaßnahme zur Einhaltung der geltenden Normen und damit auch zur Minimierung des Haftungsrisikos nötig wird. Der prämierte Beitrag erläutert die Konzepte zur Implementierung der Normen in der Praxis und beschreibt verschiedene innovative Ansätze, die das Verständnis von DIN-Normen sowohl auf Unternehmens- wie auf Kundenseite fördern.

Der Beitrag von Professor Günter Zöllner gilt der Normung von Heizkostenverteilern, die zur Realisierung der Ziele der Heizkostenverordnung diente. Professor Zöllner hat die Entwicklung dieser Normen als Wissenschaftler und als Experte von Anfang an begleitet. Die Ergebnisse seiner Forschung sind in die Normung eingeflossen und haben dem Verbraucher unmittelbaren Nutzen gebracht. Die gesetzlich verordnete verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung ist ein wirksames Mittel zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die Raum- beziehungsweise Gebäudeheizung. Der Verbraucher entscheidet letztlich selbst, wie viel Energie er verbraucht. Gegenüber dem Wert bei pauschaler Abrechnung beträgt die Einsparung an Endenergie bei individueller Verbrauchserfassung rund 20 %. Durch die Normung konnten auch die Qualität der Geräteausführungen und der Ausstattung der Heizungsanlagen mit diesen Geräten sowie die Kontrolle dieser Qualität durch Fachkundige erhöht werden. Der Beitrag bietet ein sehr anschauliches Beispiel für das Zusammenwirken zwischen dem Staat mit seinen gesetzlichen Vorgaben und der privatwirtschaftlich organisierten Normung einerseits sowie zwischen der Normung und der angewandten Wissenschaft andererseits, wodurch die Festlegungen in der Norm immer mit dem aktuellen Stand der Technik Schritt halten.

Der Beitrag von Jannis Augustin im Wettbewerb „Junge Wissenschaft“ beschäftigt sich mit den speziellen Anforderungen, die an Intensivtransportwagen für Früh- und Neugeborene zu stellen sind. Die Arbeit stellt die Notwendigkeit von Intensivtransportwagen für Früh- und Neugeborene verständlich dar und erläutert, welche Aspekte bei zukünftigen Entwicklungen in den einschlägigen Normen, Richtlinien und Vorschriften berücksichtigt werden sollten. Herr Augustin sieht in diesem Bereich der neonatalen Versorgungsstruktur eine Lücke und plädiert für die Schaffung einer Norm, die die Anforderungen, Prüfung und Ausrüstung von Intensivtransportwagen für Früh- und Neugeborene festlegt. Seine Gedanken hierzu hat er bereits im zuständigen Arbeitsausschuss vorgetragen und selbst einen Antrag auf Normung gestellt. Die prämierte Arbeit kann auf jeden Fall als gute Vorlage für eine eigene Norm für diese Spezialtransporte gelten oder zumindest der Einbeziehung relevanter Inhalte in die bestehenden Normen dienen.

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