Weg durch den Dschungel So berechnet man den CO2-Fußabdruck von Werkzeugmaschinen viel leichter

Von Cornelia Gewiehs / VDW 6 min Lesedauer

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Maschinenbauexperten machen sich im Vorfeld zur EMO Hannover 2025 Gedanken, wie man zu einem praxistauglichen Leitfaden für eine transparentere Lieferkette kommt, um die Umwelt zu schonen.

Jetzt müssen viele Unternehmen belastbare Aussagen zum Thema CO2-Footprint machen. Vor allem die Hersteller von Werkzeugmaschinen kommen dabei ins Schwitzen. Wie man dennoch relativ leicht und übersichtlich die Kurve kriegt, verraten hier Experten.(Bild:  Heller)
Jetzt müssen viele Unternehmen belastbare Aussagen zum Thema CO2-Footprint machen. Vor allem die Hersteller von Werkzeugmaschinen kommen dabei ins Schwitzen. Wie man dennoch relativ leicht und übersichtlich die Kurve kriegt, verraten hier Experten.
(Bild: Heller)

Wie groß ist der CO2-Fußabdruck einer Werkzeugmaschine, müssen sich Maschinenbauer heute fragen. Wer für ein produzierendes Unternehmen den Nachhaltigkeitsbericht erstellen oder Fortschritte bei den Treibhausgasemissionen dokumentieren will, wird diese Frage wohl gleich an die Lieferkette weitergeben. Denn die Antwort ist nicht leicht. Immerhin besteht eine Werkzeugmaschine nicht selten aus mehreren 10.000 Einzelteilen – einschließlich zugekaufter Materialien und Vorprodukte. Es gibt also eine riesige Produktvielfalt, die von der kompakten Fräsmaschine für filigrane Uhrwerke bis zur Presse für Flugzeugteile reichen kann. Und dazu ist fast jede Maschine auch noch ein Unikat. Wie kommt man also sicher zu einem Wert, der auch für Wirtschaftsprüfer valide und zudem vergleichbar ist? Das wollen an dieser Stelle einige Experten beantworten helfen.

Versierte Spezialisten erarbeiten eine Richtlinie zur CO2-Berechnung

„Die CO2-Bewertung an sich ist schon komplex“, stellt Prof. Felix Hackelöer vom Institut für Automation und Industrial IT der TH Köln dazu fest. Für Werkzeugmaschinen sie aber noch schwieriger. Hackelöer gehört einer Expertengruppe an, die sich auf Initiative des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) gebildet hat. Die Gruppe stand vor der Aufgabe, so genannte Product Category Rules (PCR) für Werkzeugmaschinen zu entwickeln. Dabei ging es um einen e-Brechnungsansatz, mit dessen Hilfe sich der Product Carbon Footprint (PCF), also der CO2-Fußabdruck einer Werkzeugmaschine ermitteln lässt. Mit im Team waren auch Fachleute aus sechs VDW-Mitgliedsunternehmen. Genauer gesagt, von Chiron, DMG Mori, Grob-Werke, Heller, Schuler und United Grinding. Hinzu kamen die mit Normung und Standardisierung befassten Fachabteilungen von VDW und VDMA. Das Ziel sollte es sein, mit einem VDMA-Einheitsblatt eine Richtlinie zu erstellen, die sich im Idealfall bis zur ISO-Norm weiterentwickeln lassen soll.

Product Carbon Footprint an einem Tag berechnen

Die Projektgruppe kam im Februar 2024 erstmals zusammen. Es gab eine kurze Orientierungsphase, in der unterschiedliche Erfahrungen berichtet und mögliche Vorgehensweisen diskutiert wurden. Auf einige zentrale Punkte hat man sich schnell verständigen können, erinnert sich Jörg Süßdorf, Global Quality Manager bei Schuler Pressen. Süßdorf weiter: „Viele Unternehmen sehnen sich nach einem einfachen, gut strukturierten Papier.“ Deshalb war sich das Team einig, dass sich die Regeln ohne großen bürokratischen Aufwand auch für KMU umsetzen lassen müssen. Die Ergebnisse sollten vergleichbar und auch international adaptierbar sein. Sie sollten aber auch die Möglichkeit eröffnen, nachrechnen oder kontrollieren zu können, wenn Marktteilnehmer wenig vertrauenswürdig erscheinen. Zu guter Letzt wurde das Ziel ausgegeben, dass sich der PCF nach der zu entwickelnden Methode an einem einzigen Tag berechnen lassen sollte. Bisher galten bestenfalls drei Monate als realistisch, wie Süßdorf anmerkt. Wenn einst all diese Vorgaben erfüllt seien, ergebe sich für Unternehmen ein deutlicher Benefit.

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