Strategie

Software im Maschinenbau als Wettbewerbsvorteil etablieren

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Der Schlüssel liegt dabei in einem umfassenden Anforderungsmanagement, an dem ein möglichst großer Kreis von „Stakeholdern“ innerhalb des Unternehmens beteiligt werden sollte. Zum einen muss geklärt werden, was mit den bisherigen Steuerungen an Funktionserweiterungen und Vernetzungen überhaupt möglich ist und wo von Grund auf neue Wege beschritten werden müssen. Wenn Konzepte einer einfacheren Bedienung und die Nutzung von mobilen HMIs die Treiber sind, ist es unerlässlich von Use Cases auszugehen. Dabei ist es sinnvoll, Vertreter der Kunden- und Anwenderseite in Workshops und Entwicklungsiterationen einzubinden.

Der große Vorteil dieses Ansatzes ist, dass Nutzungsszenarien auf Rollen zugeschnitten werden können. In Use Cases wird zum Beispiel für eine Produktionsanlagensteuerung überlegt, welche Informationen mit welcher Priorität etwa ein Schichtführer bekommt, welche ein Servicetechniker, welche ein Bediener. Welche Interaktion, beispielsweise von einer Warnung wegen fehlenden Materials, soll wie weiterführen? Allerdings müssen dabei frühzeitig die Chancen und Risiken abgewogen werden, denn gerade im Bereich innovativer HMI-Lösungen führt nicht alles, was machbar ist, auch zu erfolgreichen Produkten.

Neben Safety auch Security beachten

Safety, also Betriebssicherheit, hat jeder Maschinenbauer auf dem Schirm. Beispiel Notausschalter: Wenn zwingend notwendige Sicherheitseinrichtungen zur Verhinderung von Personen- oder Sachschäden auf einem mobilen Bedienpanel nicht realisiert werden können, muss dies bereits frühzeitig bei der Entwicklung bedacht werden.

Neu für Maschinenbauer ist der Aspekt der Security, also die Absicherung der Datenkommunikation. Durch die Verwendung von drahtlosen Verbindungen und Internettechnologien muss in der Softwareentwicklung der Zugriffschutz bedacht werden. Das kann auch bedeuten, dass man sich auf Monitoringfunktionen beschränkt, wenn die Risiken steuernder Eingriffe über mobile Interfaces oder der Aufwand für deren Absicherung zu groß werden.

Technologieentscheidungen treffen

Doch nicht nur für die Erarbeitung einer Produkt-Roadmap und eines Anforderungskatalogs für Softwareinnovationen ist die frühzeitige Einschaltung eines erfahrenen Entwicklungspartners hilfreich. Im Spannungsfeld zwischen vorhandenen Systemen und neuen Herausforderungen – beispielsweise der Nutzung industrieller Bussysteme und der Nutzung von handelsüblichen Tablets als Bediengeräte – sind Technologieentscheidungen zu treffen, deren Implikationen man erst zu überschauen lernen muss.

Ein einfaches Beispiel: Soll man mobile HMIs mit iOS von Apple oder Android von Google realisieren? Beide Systeme haben unterschiedliche Vorteile und Beschränkungen. So müssen beim iOS von Apple aktuell nur wenige Displayvarianten berücksichtigt werden, bei Android sind es weitaus mehr – dafür ist das Angebot an Geräten und Anbietern größer.

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