Strategie

Software im Maschinenbau als Wettbewerbsvorteil etablieren

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Diese nicht-funktionalen Anforderungen haben Auswirkungen auf die Wahl von Hardware, den Lebenszyklus, Standardisierung oder die Einhaltung von Sicherheitsnormen. In einer guten Architektur liegt die Zukunftsfähigkeit der Software – und damit eben künftig auch die Zukunftsfähigkeit der Maschine.

Flexible by Design

Der für die Zukunftsfähigkeit der Software so entscheidende Aspekt der Vernetzung stellt Maschinenbauer in puncto Architektur beispielsweise vor die Wahl, ob man eine zentrale oder dezentrale Lösung anstrebt. Soll klassisch mit einem Client-Server-Prinzip oder moderner, aber auch aufwendiger, mit einem Bussystem gleichberechtigter Teilnehmer verteilter Systeme gearbeitet werden? Beides hat Vor- und Nachteile und damit Konsequenzen für die Gestaltung der einzelnen Systeme. In komplexen Projekten hat sich der Einsatz von hierarchischen Schichtenmodellen bewährt. Bei einer Schichtenarchitektur dürfen Komponenten einer Schicht in der Regel nur auf Komponenten der darunter liegenden Schicht, zugreifen. Durch klar definierte Schnittstellen zwischen den Schichten können einzelne Teile ausgetauscht werden, ohne dass die über- oder untergeordneten Schichten etwas davon mitbekommen.

Für eine flexibel anpassbare Lösung – und damit die Grundlage, um künftig schneller mit attraktiven Produkten auf den Markt zu kommen – sind Methoden der Software- und Systementwicklung zu wählen, die dies befördern. So ist zum Beispiel das MVC-Konzept (Model View Controller) eine Methode, um ein aus wiederverwendbaren Modulen bestehendes System zu entwickeln. Insbesondere die abgetrennte Präsentationsschicht (View) garantiert die nötige Flexibilität hinsichtlich der Anpassung von HMIs auf schnelllebige mobile Endgeräte.

Fazit

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten oder zu verbessern, müssen Maschinenbauer verstärkt in eine Differenzierung über Software investieren. Das wird die Entwicklungskultur verändern und verlangt gleichzeitig den Aufbau neuer Kompetenzen. Die damit verbundenen Change-Prozesse und unternehmensinternen Lernkurven bergen Risiken. Der hohe internationale Wettbewerbsdruck verzeiht hier aber wenig. In Zusammenarbeit mit software- und branchenerfahrenen Entwicklungspartnern lassen sich diese Risiken minimieren.

Ein gründliches Anforderungsmanagement unter Einbeziehung aller Interessensgruppen im Unternehmen und die Auswahl geeigneter Technologien, Werkzeuge und Methoden stellen sicher, dass der (vielleicht anfangs ungeliebte) Umbau in der Entwicklungsabteilung den Weg zu neuen, zukunftsfähigen Maschinengenerationen ebnet, bei denen Software ein Differenzierungsmerkmal wird.

* Heike Lodde ist Senior Softwareingenieurin bei der Berner & Mattner Systemtechnik GmbH, Dr. Klaus Wiltschi ist Head of Industrial Embedded Systems bei Berner & Mattner.

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