Automatisierung

Solarindustrie lässt Automatisierer strahlen

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„Die Photovoltaikbranche kommt von der Manufaktur der Solarmodule und benötigt nun für die bisher handwerklich abgewickelten Prozessschritte die passenden automatisierten Lösungen“, beschreibt Macdonald die Anforderungen. Für das Augsburger Unternehmen ist die Solarindustrie inzwischen ein wichtiger Baustein beim Ausbau der Aktivitäten in der allgemeinen Industrie. Im ersten vollen Solar-Geschäftsjahr 2007 erzielte Kuka bereits einen Umsatz von 30 Mio. Euro, im laufenden Jahr rechnet man sogar mit 100 Mio. Euro.

ABB kooperiert bei Solarangebot mit anderen Unternehmen

Über Partnerfirmen und externe Integratoren ist die ABB Automation GmbH in der Solarbranche tätig. „Wir liefern Roboter, Roboterfunktionspakete und Fertigungszellen und haben beispielsweise mit dem Flex-Picker-System Solar eine spezielle Lösung zu bieten“, sagt Christoph Winterhalter, Leiter Roboterautomation und Produkte.

Diese standardisierte Zelle wurde speziell für die Be-, Entlade- und Umsetzprozesse in einer automatischen Produktionslinie für Solarzellen konzipiert. Den Grundrahmen bildet eine schwingungsarme, symmetrisch angelegte Stahlkonstruktion mit den Maßen 1400 mm × 1400 mm × 2200 mm.

Das System wird in drei Ebenen aufgeteilt. Das untere Drittel bietet Platz für die ABB-Robotersteuerung IRC5 ohne Gehäuse. In der Arbeitsebene, dem mittleren Drittel, ist ein tunnelähnlicher Aufbau vorgesehen, der eine flexible Anpassung an Kundenwünsche zulässt. Im oberen Drittel befindet sich das Herzstück der Plug-and-Play-Lösung, der Flex-Picker 360. Der Roboter ist nach unten ausgerichtet an der Decken-Querverstrebung montiert.

Solarindustrie bietet attraktiven Absatzmarkt

Die Aussichten bewerten die Systembauer durchweg positiv. „Die Solarindustrie stellt heute einen der großen Wachstumsmärkte im Bereich der regenerativen Energien dar“, urteilt Kuka-Geschäftsführer Alan Macdonald. „Vor uns liegt ein nachhaltiges Marktwachstum getrieben von einer energiehungrigen Welt.“ Die Steigerungsraten bezogen auf die Produktionskapazitäten beziffert er auf 5 bis 15% pro Jahr.

Auch bei Reis Robotics erwartet man weiteres Wachstum. „Die genauen Zahlen sind schwer abzuschätzen, es steht aber fest, dass sich dieser Bereich weiter dynamisch entwickeln wird, die Zuwachsraten dürften sich sicherlich im zweistelligen Bereich bewegen“, prognostiziert Dr. Michael Wenzel. Deshalb werde man im Zuge des allgemeinen Firmenwachstums auch die Aktivitäten im Solarbereich verstärken und intensivieren.

„Jüngstes Beispiel ist die Gründung einer Niederlassung in Singapur, um für die südostasiatischen Kunden insbesondere des Solarbereiches einen nahegelegenen Support leisten zu können“, so der Reis-Geschäftsführer. Für das im März 2009 zu Ende gehende Geschäftsjahr rechnet er mit einem Umsatzwachstum von etwa 40% auf 170 Mio. Euro — daran wird die Photovoltaik dann einen Anteil von knapp 50% haben.

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