Prozesskombination Spritzgießen und Blasformen in einem gemeinsamen Werkzeug
Durch Kombination des Spritzgieß- und Blasformprozesses in einem Werkzeug werden der Zeit- und Kostenaufwand für die Herstellung von Kleinbehältern erheblich gesteigert. Das wurde bei der Herstellung von Weithalstiegeln demonstriert. Die Prozesskombination findet auf einer Spritzgießmaschine statt.
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Engel Austria und Cantoni setzen ein Zeichen in Sachen Prozessintegration. Gemeinsam haben sie ein Verfahren entwickelt, das den Spritzgieß- und Blasformprozess in einem Werkzeug kombiniert. Damit sollen der Zeit- und Kostenaufwand bei der Herstellung von Kunststoff-Gefäßverpackungen für die Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie erheblich verringert werden. Das Verfahren, das der österreichische Maschinenhersteller aus Schwertberg und der italienische Formenbauer aus Abbadia Lariana, unter dem Namen Inject-2-blow am Markt eingeführt haben, ist für Spritzgießmaschinen konzipiert.
Fertigungseffizienz ist viel höher als auf separaten Maschinen
Bei der Herstellung von Weithalstiegeln liegt die Zykluszeit unter 14 s. Die daraus resultierende Fertigungseffizienz sei mit herkömmlichen Verfahren, so heißt es, „nicht zu schlagen“. Die Zykluszeit wurde auf einer 900-kN-Spritzgießmaschine der Engel-Baureihe Victory in einem 2+2-fach-Werkzeug von Cantoni erzielt. Üblicherweise findet die Herstellung von Weithalstiegeln auf zwei getrennten Maschinen statt: Erst werden Preforms spritzgegossen. Die Weiterverarbeitung der Preforms findet auf einer Blasformmaschine statt. Im Vergleich dazu liefert das Verfahren füllfertige Kleinbehälter in einem Arbeitsgang.
Zu den Vorteilen der Prozessintegration gehören nach Angaben der Verfahrensanbieter nicht nur reduzierte Zykluszeiten, sondern auch niedrigere Investitionskosten, weniger Stellfläche und eine höhere Verfügbarkeit der Anlage. Außerdem ist die Qualitätskontrolle einfacher. Eine Einschränkung des Verfahrens aufgrund von Schließkraftobergrenzen entfällt. Aufgrund der Komplettherstellung in einem Werkzeug müssen die Preforms vor dem Blasformen nicht mehr erneut aufgewärmt werden. Das verbessert die Energieeffizienz. Darüber hinaus lässt sich ein breites Spektrum an Thermoplasten verarbeiten: von Polyethylen und Polypropylen über Polycarbonat bis PET.
Vorteil der Holmlosigkeit wird vollständig ausgenutzt
Die Fertigungszellen sind komplett automatisiert. Sie umfassen außer einer Spritzgießmaschine und einem Schiebetischwerkzeug auch einen Linearroboter der Engel-Serie Viper zum Entformen der Fertigteile. Bei den holmlosen Spritzgießmaschinen der Baureihe Victory stehen auch die elektrischen Baugrößen (E-Victory) zur Auswahl. Aufgrund der holmlosen Schließeinheit bieten die Maschinen viel Freiraum für das Schiebetischwerkzeug. Außerdem wird ein barrierefreier Zugang zum Werkzeugraum ermöglicht. Das vereinfacht die Automatisierung. Der Linearroboter kann ungehindert direkt von der Seite aus auf die zu entnehmenden Kleinbehälter zugreifen.
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