Folienrecycling

Taufrisches PE-Regranulat aus verbrauchter Agrarfolie

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Zerkleinerer und Infrarotsortierer arbeiten „Hand in Hand“

Der zweite Vorzerkleinerer des Typs Jupiter 2200 ist in der Halle untergebracht und einer der modernsten automatischen NIR-Sortieranlagen von Pellenc (Nutzt das Spektrum des „Nahen Infrarotlichts“ zur Detektierung von Kunststoffsorten) vorgeschaltet. Dieser Jupiter zerkleinert Post-Consumer-Folien auf DIN-A4-Format. Ein optimales Austragskorn bereit zu stellen und eine gleichzeitig stattfindende Dosierung desselben für die anschließende Sortierung zu bieten, sind dabei essenzielle Funktionen für einen reibungslosen Ablauf. Außer diesen Voraussetzungen punktet der Jupiter auch mit seinem geringem Energieverbrauch (energieeffizienter Antrieb, Kraftreserve durch Schwungmasse), seine störungsfreie Funktion sowie durch seine einfache Bedienbarkeit und Wartung. In der Halle werden die Verpackungsfolien mit dem Greifbagger vorab grob aussortiert und dem Jupiter verarbreicht. „Für den optischen Sortierprozess ist das DIN-A4-Format ideal“, erläutert Peter Daalder, „Die Sensoren können dadurch das LDPE (Low density Polyethylen - quasi typisches Einkaufstüten- oder Agrarfolienmaterial) von anderen PE-Sorten und PP (Polypropylen) optimal unterscheiden und diese aus dem Materialstrom auschleusen.“

Wenn doch mal „was ist“, geht es schnell weiter

Den Impuls für die Entscheidung, die Zerkleinerer von Lindner anzuschaffen, gab nicht zuletzt die darin befindliche Schutzkupplung, die Maschinenschäden durch Fremd- und Störstoffeintrag vermeidet, sondern auch die hydraulische Wartungsklappe, die sich bereits bewährt hat. Daalder: „Es kann vorkommen, dass trotz der Vorsortierung der Folien Metallteile oder auch Steine in den Jupiter gelangen. Die Schutzkupplung verhindert, dass der Rotor dabei beschädigt wird. Die Maschine blockiert sofort und unsere Mitarbeiter müssen dann nur die Störstoffklappe aufmachen. Das geht ganz leicht und man wird kaum dreckig.“ Das Material, das sich noch in der Schredderkammer befindet, wird dabei nach vorne gedrückt. Man lasse einfach den Rotor ein Stück zurücklaufen, hole den Fremdkörper heraus und schließe die Störstoffklappe wieder. Das dauere alles in allem nur wenige Minuten, merkt Daalder an.

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Vom Folienflake zum farbsortierten PE-Regranulat

Das Recycling der Folienflakes geschieht nebenan und umfasst die Verfahrensschritte Feinzerkleinerung, Trockenreinigung, Extrusion und Granulatabfüllung. Jede der vier Aufbereitungslinien verarbeitet dabei eine Folienfarbe und ist mit einem Micromat 2000 von Lindner ausgestattet. Für Daly Plastics/Caroda ist das ein wirtschaftliches Konzept: Bei einer Auslastung von 2 bis 3 t/h erzeugt der Micromat ein 50 mm durchmessendes Korn. Das ist die optimale Größe für die anschließende Trockenreinigung, bei welcher der Intensive Dry Cleaner 150/300 der Linder Washtech zum Einsatz kommt, um Verschmutzungen und mineralische Anhaftungen zu beseitigen sowie die vorhandene Feuchtigkeit der Folien zu reduzieren.

Video zum Folienrecyceln

Anschließend werden die sauberen Folienflakes granuliert und zum Extruder geführt. Die extrudierten, fadenartigen Kunststoffstränge werden dann abgekühlt und zu Granulat-Pellets abgelängt. Das Endprodukt wird in Big Bags versandfertig abgefüllt oder in Silos für den Transport per Tank-Lkw zum Kunden gelagert. Aus den sehr homogenen grauen, schwarzen und braunen Granulatkörnchen können danach wieder neue, reißfeste Folien und daraus etwa Sammelsäcke für Abfälle produziert werden (per Folienblas-Extrusion).

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