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Verbund von Forschung mit Industrie

Diesen wertvollen Verbund von Forschung mit industrieller Praxis hat sich auch das Münchner Start-up University4Industry zu Eigen gemacht. Auf der Onlineplattform wird praxisrelevantes Wissen verständlich vermittelt, das zusammen mit Industriepartnern erstellt wurde. Geschäftsführer Jan Veira sieht natürlich klare Vorteile von Start-ups für Unternehmen: „Start-ups sind in der allgemeinen Wahrnehmung schneller, agiler und innovativer als ‚traditionelle‘ Unternehmen. Sie haben nicht die Beschränkungen, die große Unternehmen durch ihre große Organisation und ihre Prozesse haben. Diese Komplexität der Organisation und die rigiden Prozesse behindern es, Risiken einzugehen, Neues auszuprobieren. Am Ende des Tages sind sie daher oftmals der ‚Todesstoß‘ für Innovation. Aus diesem Grund sind Start-ups für Unternehmen eine Chance, an innovativen, neuen Technologien, Ideen und Geschäftsmodellen zu partizipieren.“

Die Idee, praxisrelevantes Wissen zu aktuellen Themen aus der Industrie verständlich aufzubereiten, fand auch in der Branche regen Zuspruch. Siemens, Harting, McKinsey oder der ZVEI sind nur einige wenige Partnerunternehmen, die die Plattform nutzen, um Erfahrungen, Wissen und Best-Practice-Beispiele zu aktuellen Themen wie Predictive Maintenance, Industrie 4.0 oder Security zu vermitteln. Ein Kooperationspartner im Bereich digitale Fortbildung für Industrie 4.0 ist seit Ende 2016 der VDMA, mit dem Ziel, Wissen aus der industriellen Anwendung von Industrie 4.0 strukturiert aufzubereiten und in Form eines digitalen Fortbildungsprogramms insbesondere Ingenieuren und Technikern in den Unternehmen zugänglich zu machen. „Industrie 4.0 verlangt nach einem anderen Zugang zu Wissen und Lösungskompetenz für die Anwendung. Vor diesem Hintergrund bietet das Fortbildungsprogramm von University4Industry ein innovatives Format, spezifisches Wissen aus der Praxis gezielt und zugleich flexibel zugänglich zu machen. Das ist für die Beschäftigten und die Unternehmen von hohem Wert“, so Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA. Besonderes Merkmal der Wissensplattform ist die Vermittlung von Wissen aus der industriellen Anwendung. Die Lerninhalte verfügen dabei über eine hohe Praxistauglichkeit und bleiben nicht abstrakt. Als Wissens- und Lernplattform hat man sich der Industrie 4.0 sowie der Digitalisierung im weiteren Sinne verschrieben. Die Kursschwerpunkte liegen auf praktischem Wissen und realen Beispielen aus Industrie und Wirtschaft und haben zum Ziel, bestehende Qualifikationslücken in der Industrie zu schließen. Der Unterschied zu E-Learning-Anbietern ist, dass die Lernplattform direkt von der Anwendung kommt und fragt, was man dafür wissen muss. Dabei geht es nicht um ein Lernen auf Vorrat, sondern um spezifisches Wissen für den individuellen Bedarf und dessen konkrete Anwendung.

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Start-ups beobachten

Und wann empfiehlt sich für Unternehmen ein Start-up beziehungsweise die Zusammenarbeit mit einem solchen? „Es empfiehlt sich für jedes erfolgreiche Unternehmen, Start-ups zu beobachten und die Zusammenarbeit regelmäßig zu prüfen. Nach unserer Erfahrung ist es so, dass eine Zusammenarbeit dann unmittelbar erfolgreich wird, wenn das Start-up direkt in die Ökosysteme des Unternehmens integriert werden kann“, erklärt Dr.-Ing. Jörg Stahlmann, Geschäftsführer des Tech-Start-ups Consenses GmbH. Das Unternehmen hat die Kraftmessschrauben Piezobolt entwickelt, patentierte Sensorschrauben, die wie konventionelle Maschinenschrauben mit Steckeranschluss im Kopfbereich aussehen. Dynamische Lasten können in Echtzeit erfasst und weitergeleitet werden. Die hochpräzisen Elementarsensoren sind durch das robuste Verbindungselement geschützt. Bedingt durch die Bauteilfunktion eines Verbindungselementes erfolgt ein definierter Kraftfluss über die Elementarsensorik. Piezobolts mit den zugehörigen IT-Komponenten sind so ein Bindeglied, das unmittelbaren Erfolg ermöglichen soll (Ökosystem mechanische Verbindung/Beanspruchung). Unmittelbare Nutznießer sind intern Entwicklungs- oder Konstruktionsabteilungen und Kunden, denen via IoT-Schnittstellen neue Funktionalitäten angeboten werden können. Die Zusammenarbeit mit Andritz Kaiser, Systemlieferant der Stanz- und Umformtechnik und Hersteller von Presseninstallationen, beschreibt Stahlmann wie folgt: „Hier haben wir zunächst die Presskraftüberwachung auf neue Beine gestellt und im Unternehmen das Bewusstsein geschärft, dass in den Daten wesentlich mehr Informationen verborgen sind, als bisher verwendet wurden (bis dato ein Spitzenwert je Hub, nun Kraftverläufe, die wir für Kunden auch gerne auswerten). Erste Kunden von Andritz Kaiser nutzen diese zusätzliche Möglichkeit, um Prozesse viel genauer auszuloten. Das hat zur Folge, dass insbesondere bei kritischen Umform-/Stanzprozessen die Prozessgrenzen viel besser verstanden werden.“

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Über den Autor

Mag. Victoria Sonnenberg

Mag. Victoria Sonnenberg

Redakteurin MM MaschinenMarkt, MM MaschinenMarkt