Teilereinigung Teilespezifische Kohlenwasserstoff-Reinigung in einer Zentralanlage

Autor / Redakteur: Doris Schulz / Josef-Martin Kraus

Je breiter das Spektrum an Drehteilen ist, desto größer sind die Vorteile einer zentralen Teile-Reinigung mit Kohlenwasserstoffen. Das verdeutlicht eine Umstellung von wässriger zur Kohlenwasserstoff-Reinigung (KW-Reinigung), die zu mehr Sauberkeit der Bauteile und höherer Wirtschaftlichkeit geführt hat. Basis dafür ist eine Anlagentechnik, die bezüglich der Ausstattung eine teilespezifische Reinigung ermöglicht.

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„Die alte wässrige Reinigungsanlage konnte die gestiegenen Sauberkeitsanforderungen einfach nicht mehr erfüllen“, erzählt Guido Dettweiler, Betriebsleiter und Qualitätsbeauftragter bei der Hego Drehtechnik – Gebr. Hermle GmbH. Das in Gosheim ansässige Unternehmen produziert bereits seit 1900 Drehteile. Heute fertigt Hego Kurz- und Langdrehteile in CNC- und konventioneller Technik im Wert von rund 1,7 Mio. Euro jährlich. Zum Einsatz kommen die Werkstücke überwiegend in der Hydraulik- und Fluidtechnik sowie der Elektroindustrie, beliefert werden aber auch der Maschinenbau, die Fahrzeug-, Kunststoff- und Möbelindustrie.

In all diesen Branchen ist die Bauteil-Sauberkeit in den letzten Jahren zu einem entscheidenden Qualitätskriterium geworden. „Für unsere Kunden in der Hydraulikindustrie müssen wir sicherstellen, dass die Teile nicht mehr mit Spänen behaftet sind. Bei einem anderen Unternehmen durchlaufen unsere Teile eine optische Sortieranlage und da würde anhaftendes Restöl zu einer Störung führen. Das heißt, wir müssen unsere Teile späne- sowie ölfrei ausliefern und haben uns deshalb nach einem neuen Reinigungssystem umgesehen“, berichtet der Qualitätsbeauftragte.

Prozesssichere Reinigung von Bauteilen trotz unterschiedlicher Werkstoffe

Weil Hego sowohl Automatenstahl und hochfeste Stähle als auch Messing, Aluminium und Kupferlegierung mit Ölen als Kühlschmiermittel verarbeitet, musste die neue Anlage ein anforderungsgerechtes Reinigungsergebnis bei allen Werkstoffen gewährleisten. Um dies zuverlässig herauszufinden, führte Guido Dettweiler Probereinigungen bei der Karl Roll GmbH & Co. KG und anderen Anlagenherstellern durch. „Wir haben dafür auch ein sehr komplexes, dünnwandiges Werkstück aus Kupfer mit einer extrem kleinen, aber tiefen Bohrung ausgewählt, aus der Späne entfernt werden müssen. Allerdings darf es bei der Reinigung mechanisch nicht stark beansprucht werden, weil dies schnell zu Beschädigungen führen würde“, erklärt Dettweiler.

Weitere Anforderungen an die Reinigungsanlage bestanden in hoher Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. Außerdem sollten korrosionsanfällige Bauteile in der Anlage konserviert werden können. „Sowohl von der Reinigungsqualität als auch von der Anlagenkonzeption und Wirtschaftlichkeit her hat uns die Anlage von Roll am meisten zugesagt“, so der Betriebsleiter.

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