Bio-Leichtbau bei Ford

"Tequila-Sunrise" bei Ford: Sisalfasern machen Autos leichter

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Zwei Traditionalisten für die Umwelt

„Wir von Jose Cuervo sind stolz auf die Zusammenarbeit mit Ford, denn wir möchten unseren Plan bezüglich einer nachhaltigen Nutzung der Agave ausbauen“, so Sonia Espinola, Director of Heritage for Cuervo Foundation and Master Tequilera. Wir haben uns zum weltweit führenden Tequila-Produzenten entwickelt und, erklärt Espinola weiter, und kultivieren mittlerweile Millionen von Agave-Pflanzen.“ Die Kooperation von zwei großen Unternehmen biete spannende Perspektiven bei der Entwicklung von innovativen und gleichzeitig umweltfreundlichen Materialien.

Ähnlich wie die Ford Motor Company wurde Jose Cuervo als Familienunternehmen gegründet und heute noch geführt. Seit 1795 werden Erfahrung, handwerkliches Können und Rezepturen von Generation zu Generation weitergegeben.

Acht Biomaterialien im Einsatz

Die Kooperation mit Jose Cuervo ist das jüngste Beispiel für den besonderen Ansatz von Ford in puncto Produkt- und Umweltschutz durch Biomaterialien. Ford begann bereits im Jahr 2000 mit Forschungen zur Verwendung von nachhaltigen Materialien. Heute kommen insgesamt acht verschiedene Biomaterialien in Ford-Fahrzeugen zum Einsatz, darunter Sojaschaum, Rizinusöl, Weizenstroh, Kenaffasern, Cellulose, Holz, Kokosfasern und Reiskornschalen.

Ford hat schon früher verschiedene Anwendungen von Sisal-Fasern einer anderen Agavenart in Fahrzeugbauteilen untersucht. Durch das gemeinsame Projekt mit Jose Cuervo und der Verwendung eines Abfallprodukts der Tequila Produktion, geht der Automobilhersteller nun einen Schritt weiter und nutzt eine nachhaltige Materialquelle.

Biomasse birgt enormes Nutzungspotenzial

Nach Angaben der Vereinten Nationen entstehen rund um den Globus jährlich etwa 5 Mrd. t an Biomasse in Form von Abfällen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten. Doch obwohl Biomasse oftmals relativ einfach und günstig verwertet werden könnte, sind die Potenziale für die Nutzung noch längst nicht ausgeschöpft, etwa als Grundstoff für nachhaltige und umweltschonende Produkte.

„Bei einem Auto werden heutzutage fast 200 kg Kunststoff verbaut“, gibt Mielewski zu bedenken. „Unsere Aufgabe ist es, eine geeignete Verwendung für Biomaterialien, wie eben Agavefasern zu finden, um die Umwelt zu entlasten. Es ist eine Arbeit, die mich mit Stolz erfüllt und zudem auch eine große Wirkung auf weitere Branchen haben könnte“, sagt die Ford-Spezialistin.

MM

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