Brodtmann – VDMA Thilo Brodtmann leitet den VDMA nach eigener Leitlinie: Liberal
Seit dem 1. Februar leitet der bisherige stellvertretende Hauptgeschäftsführer des VDMA, Thilo Brodtmann, den Maschinenbauverband. Im Gespräch mit dem MM MaschinenMarkt fällt vor allem die Ruhe und die grundfeste Überzeugung des Öttingers auf, die er mit den VDMA-Werten verbindet.
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Stört es Sie, wenn ich schon abgelegt habe?“ lacht es dem Besucher ins Gesicht, noch bevor kräftig die Hand geschüttelt wird. Die entspannte Begrüßung in der Schaltzentrale des einflussreichen Verbandes für Maschinen- und Anlagenbauer kommt von Thilo Brodtmann, seit Anfang Februar VDMA-Hauptgeschäftsführer. Was er meint, wird beim Griff an seinen offenen Hemdkragen klar. Hier hatte noch vor wenigen Minuten die standesgemäße Krawatte ihren Platz. Die Lockerheit, die Brodtmann auch im Gespräch ausstrahlt, scheint beim 51-Jährigen Programm und Karriereleitfaden zugleich zu sein. Von Nervosität zumindest findet sich heute vor dem offiziellen Beginn seiner neuen großen Aufgabe keine Spur.
Der Zufall führte Brodtmann zum VDMA
Obwohl Brodtmann im Jahr 1991 eher der Zufall zum VDMA geführt hatte, antwortet er auf Fragen nach persönlichen Vorstellungen konsequent aus Sicht des Verbandes. Seinerzeit sollte die Tätigkeit im VDMA lediglich die Promotionszeit finanzieren. Doch schon bald lockte der Verband so sehr, dass die Doktorwürde zur Nebensächlichkeit wurde und fortan als Karriereziel nicht mehr taugte. Der junge Betriebs- und Volkswirt begann mit dem VDMA zu verschmelzen. Und das so erfolgreich, dass er vier Jahre später den Fachverband Präzisionswerkzeuge leitete.
Brodtmann lebt die Werte des VDMA
Es ist bis heute so geblieben: Seine Einstellungen und Werte und die Interessen vor allem der mittleren Betriebe in der Vereinigung lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Das liegt an seiner Persönlichkeitsstruktur. Das liegt an den Grundwerten seiner Ausbildung an der Universität Bayreuth. Das liegt an den sehr liberalen Wirtschaftsprofessoren, die sein späteres Weltbild über Wettbewerb und Staatseinfluss vorzeichneten. Er selber findet sich und seine Werte heute noch immer hochgradig kompatibel mit den Leitbildern der Mitgliedsfirmen – politisch, aber nicht parteipolitisch. Einen Ausflug in die bayerische Parteienlandschaft nennt er heute sogar eine Jugendsünde, die nichts gebracht habe.
Als liberaler Ökonom blüht er wie zu Studentenzeiten auf, wenn marktnahe Themen auf der Agenda stehen. Er genießt es, bei einem der vielen Abendtermine neue Geschäftsmodelle zu diskutieren. Unterstrichen wird das noch durch seine eigene Definition von Verantwortung.
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