Tiefbohren

Tiefbohrwerkzeug reduziert die Bearbeitungszeit um über 60%

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Der Bohrer für den Wendelverteiler hat einen Durchmesser von 26,5 mm und bohrt ein Loch mit 220 mm Tiefe. Bei einer Spindeldrehzahl von 871 min-1, einem Vorschub von 0,12 mm und einer Schnittgeschwindigkeit von 70 m/min konnte die reine Bohrbearbeitungszeit um über 60% reduziert werden.

Schaftfräser pilotiert, Tieflochbohrer erledigt den Rest

Es wird nur noch per Schaftfräser pilotiert, den Rest erledigt dann in einem Zug der Tieflochbohrer DR-DH. Bezüglich des 60 mm langen Auslaufs des Bohrers im unterbrochenen Schnitt ist noch zu erwähnen, dass dabei lediglich der Vorschub auf 0,05 mm pro Umdrehung verringert wird.

Doch nicht nur beim Tieflochbohren, sondern auch bei weiteren Bohr- und Fräsbearbeitungen am Wendelverteiler konnten mit Hilfe von Iscar-Werkzeugen die Bearbeitungsprozesse zum Teil optimiert werden. Zum Vollnuten mit 30 mm Tiefe am selben Bauteil kommt jetzt ein Vollhartmetallfräser zum Einsatz. Damit sind nur noch vier anstelle von früher 15 Zustellungen erforderlich, was die Bearbeitungszeit erheblich reduziert hat.

Des Weiteren wird zum Einbringen einer großen Bohrung mit 185 mm Durchmesser und 220 mm Tiefe ein Millshred-Fräswerkzeug mit runden Wendeschneidplatten verwendet. Auch damit konnte die Bearbeitungszeit drastisch zurückgefahren werden.

Neben Zerspanzeit sinkt auch die Aufwendung für manuelle Nacharbeit und Finish

Ausgehend von allen Bearbeitungsoperationen, die auf dem Drehfräszentrum mit Iscar-Werkzeugen durchgeführt werden, verringerte sich nicht nur die Zerspanzeit des Werkstücks Wendelverteiler. Denn auch die Aufwendungen für die manuelle Nacharbeit und das Finish sind spürbar zurückgegangen und es werden weniger Werkzeuge benötigt. Dies wiederum macht weniger Werkzeugwechsel erforderlich und somit werden die unproduktiven Nebenzeiten verringert,.

Durch den Strategiewechsel von sukzessiver Bearbeitung mit mehreren Werkzeugmaschinen zum Bohren, Drehen und Fräsen auf das Multifunktions-Bearbeitungszentrum Integrex mit Iscar-Werkzeugausrüstung konnte Krauss-Maffei die gesamte Bearbeitungszeit des Werkstücks Wendelverteiler von ehemals 26,7 h, davon 20,5 h reine Zerspanung, auf jetzt nur noch 18 h verringern.

Dabei werden verschiedene Drehoperationen durch Fräsen ersetzt und die Komplettbearbeitung erfolgt nun in drei Spannungen mit insgesamt 45 Werkzeugen. Es gibt deutlich weniger Teile- und Werkzeughandling und darüber hinaus ist die Teilequalität jetzt noch besser, weil es keine Übergänge mehr gibt, was auch die Nacharbeit um über 30% zu verringern half.

Roland Rau ist Produktmanager Bohren bei der Iscar Germany GmbH, 76275 Ettlingen.

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