Montagetechnik Transfersystem sorgt in der Vorderachsmontage für Flexibilität

Autor / Redakteur: Christoph Rieger / Rüdiger Kroh

In der Achsfertigung bei Škoda Auto zeigt ein Transfersystem, wie einfach es an Prozesse angepasst und installiert werden kann. Möglich ist dies durch das hohe Maß an Gleichteilen, standardisierten Schnittstellen und das Baukastenprinzip. Zudem kommt das System weitestgehend ohne Wartung aus.

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Insgesamt 87 verschiedene Typen von Vorderachsen fertigt Škoda Auto im VA-Aggregatewerk Mladá Boleslav. Die Montage erfolgt weitgehend manuell, lediglich die Schraubprozesse sind automatisiert. Bisher wurden die Achsen, mit einem mittleren Gewicht von 40 kg, auf unterschiedlichen Typen von Schwerlastförderern, die auf Stahlkonstruktionen zum Beispiel mit einem Kettenantrieb basierten, montiert.

Dies waren keine besonders flexiblen Lösungen und schränkte die Möglichkeiten ein, die Fertigungstechniken nachträglich zu modifizieren. Deshalb entschied die Werkleitung, für die neue Montagelinie auch ein Transfersystem einzusetzen. Die Montage der Achsen erfolgt just in time zur Fahrzeugfertigung im angegliederten Werk. Hauptanforderung war es, die Prozesssicherheit der gesamten Montage zu gewährleisten.

Montageplätze und Schraubstation auf einer Länge von 40 m

Innerhalb von 14 Tagen war das Transfersystem TS 5 von Rexroth installiert und betriebsbereit. Auf einer Länge von 40 m sind die Montageplätze sowie die automatische Schraubstation angeordnet. Die Zeitersparnis und die Flexibilität beim Aufbau schätzt der Autobauer sehr. Vor allem die Gewissheit, die Anlage leicht umstellen zu können.

Die Montana s.r.o. in Mladá Boleslav, Auftragnehmer der ganzen Montagelinie, hat spezielle Werkstückträger mit einer Länge von 1,7 m nach Materialvorgaben von Škoda und Konsultationen mit Rexroth realisiert. Das Unternehmen war auch verantwortlich für die Umsetzung der horizontalen Verschiebe-Einheit am Schraubprozess. Die Achsen werden an dieser Stelle sowohl von oben als auch von unten bearbeitet.

Leere Werkstückträger werden automatisch von der Montagelinie zurücktransportiert

Um den Rücktransport der leeren Werkstückträger, der unterhalb der Förderstrecke verläuft, nicht zu behindern, ist eine Verschiebung nötig. An den Stirnseiten sind Lifte angebracht, welche die Werkstückträger nach oben auf die Montagelinie oder nach unten auf die Rückführlinie setzen.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie einfach sich das Transfersystem an individuelle Applikationen anpassen lässt. Ein weiterer Vorteil ist, dass keine herkömmliche Wartung nötig ist. Das Prinzip der Wartungsfreiheit hat Montana auch bei seinen Zubauten eingehalten, indem beispielsweise Zahnriemen für die Hebevorrichtung verwendet wurden. Eine Wartung beziehungsweise Schmierung für den reibungslosen Antrieb ist nicht nötig, da Rexroth auf den Antrieb durch eine Königswelle setzt.

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