Kunststoff Netzwerk Franken (KNF)

Treffpunkt Kunststoff 2015: Alles über Oberflächentechnik

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REACH-Konforme Verfahren fürs Verchromen

„Innovative Lacksysteme für die Oberflächengestaltung – First and Second Surface in der FIM / IMD-Technologie“ präsentierte Dr. Silke Kupfer, Pröll KG. Dr. Kupfer nahm zunächst eine Verfahrensabgrenzung von IMD, IML und Film Insert Moulding (FIM). Das FIMVerfahren welches heute bei Telefonen oder bei Haushaltsgeräten zum Einsatz kommt, ermöglicht ein vielseitiges Grafik- und Effektfarbdesign sowie einen schnellen Designwechsel. Die Beständigkeit der Farben ist dabei sichergestellt. Der Vorteil des Farbsystems liegt in der hohen Verformbarkeit der Folien. Auf PC-Substrat sind 200 % bis 300 % Verformung möglich, eine perfekte Abstimmung von Folie und Farbe wird dabei gewährleistet.

Dr. Kupfer präsentierte anschließend die Verfahrensschritte im IMD/FIM Prozess und erläuterte anhand von Beispielen anschaulich dessen Vorteile. Neben einem Höchstmaß an Individualisierungsmöglichkeiten werden Dekor- und Schutzfunktion in einem Bauteil realisiert. Eine exzellente Beständigkeit gegen Abrieb und Chemikalien ist so gegeben, so das Fazit.

Das Thema „Design von Kunststoffoberflächen – Herausforderungen und Lösungen“ wurde von Christoph Ernst von der Kunststoff Helmbrechts AG vorgestellt. „Piano Black“ ist immer noch der Trend, so der Referent. Ernst zeigte Möglichkeiten auf, spritzblanke Teile direkt mittels variothermer Temperiertechniken zu produzieren, bzw. dies über Lackieren und die Folientechnologien IML und IMD zu realisieren. Dazu ging er auf die Vor- und Nachteile der Verfahren ein. Nachdem das Verchromen nicht mehr REACH-konform ist, müssen andere Wege zur Darstellung des Chromeffekts gegangen werden, so der Referent. Die

Auch die Emotionen zählen

Heißprägetechnologie sei eine Alternative welche jedoch nur für begrenzte Geometrien anwendbar ist. Weitere Technologien stellen das Lackieren oder die PVD Beschichtung. Der Einsatz von Folien zur Erzeugung des optischen Chromeffekts bietet die Möglichkeit, partielle Beleuchtungen sowie matte und hochglänzende Oberflächen am gleichen Teil zu erzeugen. Der Referent ging noch auf die Möglichkeiten zur Realisierung von Glasoptik-Oberflächen ein und resümierte dass die Zukunft berührungssensiblen Oberflächen mit integrierten kapazitiven Schaltern und Schiebern gehören wird.

Der letzte Vortrag der Veranstaltung entführte die Teilnehmer in die Welt der Designaspekte. „Designing Emotional Identity“, so das Thema des Beitrages von Oliver Saiz, Fa. hoch E, ist die Voraussetzung für ein erfolgreiches Produkt am Markt. Er thematisierte die Bedeutung von Emotionen bei der Produktgestaltung. Zehn Basisemotionen werden dabei zur Beurteilung herangezogen. Diese Basisemotionen sind ihrerseits in der Mimik von Menschen ablesbar und spielen gerade beim Design von Produkten eine große Rolle. Wie die Umsetzung der Basisemotionen in verschiedene Alltagsprodukte gelingt und welche Wirkung sich mit Design erzielen lässt, zeigte Oliver Saitz an Firmen wie Hilti oder Nespresso auf. Die emotionale Seite des Produktes zu ignorieren, entspräche in etwa zu leugnen, dass diese Produkte von Menschen gestaltet und konsumiert werden. Letztendlich werden Kaufentscheidungen, ob im B2B oder B2C Geschäft, immer von Menschen getroffen. Hier kann ein gutes Design den emotionalen Unterschied ausmachen.

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