Kunststoff Netzwerk Franken (KNF) Treffpunkt Kunststoff 2015: Alles über Oberflächentechnik

Autor / Redakteur: Hans Rausch / Peter Königsreuther

In Bayreuth hat die Gemeinschaftsinitiative KNF und Cluster Neue Werkstoffe erstmals zu einer Tagung über das Thema Oberflächentechnologien - von der Vorbereitung bis zum fertigen Bauteil, eingeladen. Hier erfahren Sie nicht nur Oberflächliches darüber...

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Oberflächenexperten aus ganz Deutschland nutzten den Austausch beim TreffpunktKunststoff 2015 in Bayreuth.
Oberflächenexperten aus ganz Deutschland nutzten den Austausch beim TreffpunktKunststoff 2015 in Bayreuth.
(Bild: KNF)

Kunststoffteile mit hochwertigen Oberflächenstrukturen stellen extrem hohe Ansprüche an den Verarbeitungsprozess und sind häufig das Qualitätsmerkmal Nummer eins für Sichtbauteile. Die Realisierung solcher hochwertigen Oberflächen beginnt mit der Materialauswahl, führt über die Prozessführung und die Gestaltung des Spritzgießwerkzeuges bis hin zu den Technologien für die Oberflächenveredelung. Hierbei müssen auch Aspekte wie Vorbehandlungsmethoden, Design und Messtechniken beachtet werden. Vor diesem Hintergrund konzentrierte sich die diesjährige Gemeinschaftsinitiative Treffpunkt Kunststoff des Kunststoff-Netzwerk Franken e. V. und des Clusters Neue Werkstoffe auf das Leitthema Oberflächen. Rund 60 Fachexperten aus ganz Deutschland trafen sich am 09. Juli 2015 in Bayreuth zum ersten Teil des zweigliedrigen Treffpunktes Kunststoff mit den Schwerpunktthemen Werkzeugtechnik / Oberflächenvorbehandlung und Optik. Fachlich erfolgte der Einstieg mit dem Eröffnungsvortrag von Dr. Thomas Meins, Dr. Schneider Kunststoffwerke GmbH, zum Thema „Neue Interieurdesigns – Neue Chancen für Neue Werkstoffe“.

Hier spielte die Oberflächen-Musik

Im Bereich der Hochglanzoptik bleibt die schwarze und weiße Hochglanzoberfläche im Trend so der Referent. Ziel ist es diese Teile spritzblank direkt aus der Maschine zu realisieren, um z. B. eine Lackierung zu vermeiden bzw. um die Brillanz zu steigern. Herausforderungen bestehen im Bereich der Chemikalienbeständigkeit und der Sprödigkeit im Falle von „piano black“ sowie der Schmutzanfälligkeit und im höheren Prozessaufwand im Falle von „piano white“. Gerade hochkratzfeste, hochglänzende Oberflächen sind mit normalen Materialien nicht zu erreichen. Daher sind Entwicklungsaktivitäten zu neuen Polymerwerkstoffen, die diese Eigenschaften aufweisen, bereits im Gange. Derzeit stellen Folien und Lacktechniken immer noch die bessere Wahl dar. Chromapplikationen lassen sich auf verschiedene Wege darstellen, so Dr. Meins. Als Beispiel nannte er den 3K-Spritzguss, das selektive Galvanisieren sowie Druckverfahren mit leitender Paste, auf welcher die Chromschicht abgeschieden wird. Zusammenfassend geht der Trend zu Hochleistungskunststoffen, die den Einsatz von langen, freigeformten Ausströmerlamellen ermöglichen. Die Entwicklung neuer Werkstoffe wird zur Verbesserung von „piano black / white“ Spritzblankanwendung im Interieur beitragen, so ein Fazit des Referenten.

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