Finanzen

Unternehmensbewertung beim Verkauf geschickt einsetzen

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Dabei wird der Wertabschlag um so höher, je höher Risiken und Abhängigkeiten vorhanden sind. Methodisch drückt sich dies durch Zuschläge im Kapitalisierungszinssatz aus.

Unternehmenskäufer wird Due Diligence in jedem Fall vornehmen

Ebenso ist zu empfehlen, die Unternehmensanalyse intensiv und im Detail durchzuführen, da ein möglicher Käufer auf jeden Fall eine genaue Prüfung des Unternehmens vornehmen wird. Dabei spricht man auch von der Due Diligence, die in verschiedenen Bereichen durchgeführt werden kann.

In der Praxis kommen in der Regel die Financial und Tax Due Diligence, sowie die Law Due Diligence vor. Bereiche der Due Diligence sind zum Beispiel: Geschäftsmodell, Finanzen und Steuern, Recht inklusive Patentrecht, Versicherungsprüfungen oder Umwelt- und Infrastruktur.

Bereits im Vorfeld eine professionelle Umweltanalyse durchführen lassen

Wo Gewerbeimmobilien vorhanden sind, ist heute die Environment Due Diligence ständiger Begleiter in Verkaufsprozessen. Auch dabei ist es besser, schon im Vorfeld eine eigene Analyse durchführen zu lassen, auch als Ergänzung zur Unternehmensbewertung, da Risiken aus diesem Bereich immer massive Einwirkungen auf den Ertragswert haben, was auch zu negativen Unternehmenswerten führen kann.

Dies ist leider nur den Wenigsten klar, daher wird dieses Thema häufig vor sich hergeschoben. Die Empfehlung lautet daher, gleich im Vorfeld eine professionelle Umweltanalyse durchführen zu lassen, wenn Sie später erfolgreich sein möchten. Durch die Analyse und Prüfungen im Vorfeld eines Unternehmensverkaufs bis hin zur Unternehmensbewertung erhält der Verkäufer selbst zunächst Klarheit und Transparenz über das vorliegende Verhandlungsobjekt und dessen echten beziehungsweise marktgerechten Wert.

Gefälligkeitsgutachten zur Unternehmensbewertung wirken sich negativ aus

Eine Unternehmensbewertung ist ein Vertrauensdokument. Daher ist von oberflächlichen oder gar Gefälligkeitsgutachten dringend abzuraten, da kleinste Abweichungen von der Realität beziehungsweise Plausibilität vom Verhandlungspartner in der Regel mit dem Abbruch der Verhandlungen aufgrund eines massiven Vertrauensverlustes oder aufgrund einer zu hohen Realitätsdifferenz bestraft werden. Solche oberflächlichen Arbeiten führen zwar oft zu besonders schönen und hohen Unternehmenswerten, die Verkaufswahrscheinlichkeit sinkt aber im gleichen Verhältnis sehr schnell bis auf null.

Regelmäßig kommen solche unbrauchbaren Unternehmensbewertungen durch den Einsatz ungeeigneter Bewertungsmethoden zustande, wie Multiplikatoren oder ähnlichem. Multiplikatoren stammen aus der Steinzeit unserer wirtschaftlichen Entwicklung, als alle noch gleich waren und sich über Jahrzehnte keine größeren Veränderungen oder gar internationaler Wettbewerb ergeben haben. Heute ist jedes Unternehmen, egal welcher Größe, ein Individuum und muss als solches bewertet werden.

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